Im Kita-Tarifstreit mit den Kommunen berät die Bundestarifkommission von Verdi am Dienstag gegen 12 Uhr in Frankfurt/Main über das weitere Vorgehen. Verdi-Chef Frank Bsirske will sich dann am Nachmittag dazu äußern.

Fast 70 Prozent der betroffenen Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft lehnten in einer Befragung die Schlichtungsempfehlung von Ende Juni ab, die zwischen 2 und 4,5 Prozent mehr Geld für Erzieher und Sozialarbeiter vorsieht.

Neue Kita-Streiks sind möglich

Verdi-Chef Bsirske hatte daraufhin die Schlichtung für die rund 240.000 Beschäftigten für gescheitert erklärt und angekündigt, der Tarifkommission eine entsprechende Empfehlung vorzulegen. Falls die Arbeitgeber nicht nachlegen, will Bsirske die Streiks wieder aufnehmen.

Kita-Streiks nach den Sommerferien

Allerdings sagte er zu "tagesschau24", dass es vor dem Ende der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg keine neuen Streiks geben solle.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat die Forderung nach Zugeständnissen zurückgewiesen. Die nächsten Verhandlungen sind an diesem Donnerstag (13. August) in Offenbach.

Indes hat der Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Landkreistag, Hans-Günter Henneke, vor neuen Kita-Streiks gewarnt. "Ein erneuter Streik würde das Fass zum Überlaufen bringen, aus gewerkschaftspolitischen Motiven gesellschaftliche Realitäten verkennen und die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen überschätzen", sagte Henneke der "Rheinischen Post".

"Hier wird eine Tarifauseinandersetzung auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen, die bereits während des ersten Streiks über Gebühr strapaziert worden sind", fügte der Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbands der Landkreise hinzu. Niemand bestreite, dass die Erzieherinnen eine verantwortungsvolle Aufgabe "für uns alle erfüllen", die auch angemessen honoriert werden müsse. "Dem wird aber durch den Vorschlag der Schlichter Rechnung getragen", sagte Henneke.