Nachrichten über einen Drohneneinsatz, zum Beispiel in Pakistan, hinterlassen in der Regel einen schalen Beigeschmack. Unheimliche, unbemannte Flieger, gegen die eine Abwehr kaum möglich ist, bringen da oft genug Tod und Zerstörung. Das alles ereignet sich allerdings weit weg von Europa, in Afghanistan oder Pakistan, mag der unbefangene Zeitgenosse denken.

Womit er falsch liegt. US-Drohnen fliegen auch hierzulande. Bislang allerdings nur über militärischem Gelände und einigermaßen unbemerkt. Vor allem unbewaffnet. So ein Pressesprecher der Luftwaffe in Berlin. Also zum Beispiel in Grafenwöhr oder in Hohenfels. Und das schon seit Jahren. Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass derlei Flüge bereits seit 2005 möglich sind. Das soll sich nun allerdings ändern. Unter Beteiligung der deutschen Flugsicherung wird inzwischen auch ein Übereinkommen angestrebt, das Drohnenflüge zwischen den US-Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels vorsieht.


Gut zehn Meter Spannweite

Dabei soll es sich um Drohnen des Typs MQ-5B Hunter handeln. Das sind keine Spielzeuge mehr. Die Geräte sind 700 Kilo schwer, sieben Meter lang und haben eine Flügelspannweite von gut zehn Metern. Das reicht zur Bewaffnung mit Raketen vollkommen aus. Was allerdings über Franken und der Oberpfalz nicht vorgesehen ist. Die Amerikaner erklären, sie wollten nur trainieren, nichts soll ausspioniert werden.

Großartig auffallen werden die Fluggeräte jedenfalls nicht. Sie haben eine Mindesthöhe von 3300 Meter einzuhalten und dürfen in den beiden vorgesehenen Korridoren keine Ortschaften überfliegen. Ob die Amerikaner nun spionieren wollen oder nicht, es wird sich kaum überprüfen lassen.

Wie es heißt, soll es zunächst eine sechs Monate währende Probephase geben. In der planen die Amerikaner einen nahezu täglichen Drohnenflugbetrieb. Grund dafür: Vor einem Kriegseinsatz müssten derlei Flüge unter realen Bedingungen geübt werden. Damit später nichts schief läuft.


Über Vorhaben nicht informiert

Als vertrauensbildende Maßnahme kann die Aktion dennoch nicht gerade eingestuft werden. Weder die US-Armee noch die zuständigen deutschen Behörden hatten über das Vorhaben im Vorfeld informiert.

Wann es konkret losgehen soll mit den Drohnenflügen, steht auch noch nicht fest, erklärte ein Sprecher der Bundesluftwaffe. Vor einer endgültigen Genehmigung gelte es jedoch noch einige technische Details zu klären. Meldungen, denen zufolge der Flugbetrieb bereits aufgenommen worden sei, wären falsch. Das dauert noch. Aber eines ist sicher: sie werden kommen, die Drohnen.