In der Debatte um mehr Sicherheit fordert Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) eine Ausweitung bei der Analyse, Erfassung und Speicherung von DNA-Spuren. Es gehe um eine schnellere und effektivere Strafverfolgung, sagte Bausback am Donnerstag. Ermittler sollten bei Verdacht auf eine Straftat und Wiederholungsgefahr künftig auch den genetischen Fingerabdruck von Verdächtigen nehmen dürfen. Bei der Suche nach noch unbekannten Tätern sollten zudem konkrete DNA-Spuren von Tatorten auch auf Augen- und Haarfarbe, Alter, Größe sowie geografische Herkunft untersucht werden dürfen.

"Diese zusätzlichen Erkenntnisse können für die Aufklärung einer Straftat von entscheidender Bedeutung sein. Auf sie sollten wir auf keinen Fall von vorneherein verzichten", sagte Bausback zur erweiterten Analyse vorliegender Spuren. Bislang ermöglicht die Strafprozessordnung die Untersuchung von DNA-Material nur zur Feststellung der Abstammung und des Geschlechts des gesuchten mutmaßlichen Täters.

Es gehe nicht darum, nun bestimmte Bevölkerungsgruppen zu stigmatisieren, betonte der Minister. "Die DNA-Analyse ist auch in erweiterter Form völlig neutral und objektiv." Vielmehr dürfe nicht vergessen werden: "Jede zusätzliche Erkenntnis schränkt den Kreis der potenziellen Täter ein, lässt zunächst Verdächtige ausscheiden und verschont diese vor eventuellen weiteren Ermittlungsmaßnahmen."

Bausback plädiert zudem dafür, für die Aufklärung künftiger Straftaten die Möglichkeiten zur Erfassung von DNA auszuweiten. Der genetische Fingerabdruck solle dazu dem konventionellen gleichgestellt werden. "Das heißt: Schon beim Verdacht einer Straftat und der Gefahr einer Wiederholungstat sollten unsere Strafverfolgungsbehörden - unabhängig von der Schwere des Tatvorwurfs - einen genetischen Fingerabdruck nehmen können." Damit bekomme die zentrale DNA-Analyse-Datei beim Bundeskriminalamt eine breitere Basis zur Klärung von Taten in der Zukunft.

Bausback will beide Vorschläge in die Sonderarbeitsgruppe einbringen, die das Kabinett nach dem Berliner Anschlag vor Weihnachten eingesetzt hatte. Die Arbeitsgruppe, der auch Innenminister Joachim Herrmann und Staatskanzleichef Marcel Huber (beide CSU) angehören, will ihre Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheitslage im Januar im Ministerrat vorstellen.