Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat von der Europäischen Union eine stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen gefordert. "Die europäische Kommission soll aus dem Frühjahrsschlaf erwachen und endlich die echten Probleme klären, anstatt sich mit der Maut zu beschäftigen", sagte Seehofer am Samstag beim Bezirksparteitag der mittelfränkischen CSU in Gunzenhausen. Gleichzeitig plädierte er dafür, in Nordafrika oder Südeuropa Asylzentren einzurichten. Falsch sei es dagegen, Flüchtlinge erst durch Europa zu transportieren, um dann erst ihren Status zu klären.

Seehofer verteidigte noch einmal den großen Polizeieinsatz während des G7-Gipfels. Keine Scheibe sei zu Bruch gegangen. Für das Sicherheitskonzept gebe es nur einen Namen: Joachim Herrmann. "Ich lobe nur, wenn es angezeigt ist", sagte er. "Wir werden in die Landtagswahl eine Person schicken, die den größten Rückhalt in der Bevölkerung hat."

Bei den Wahlen des Bezirksparteitages war Herrmann mit 101 von 104 Stimmen im Amt bestätigt worden. "Jedes Ergebnis über 90 Prozent reiht einen in die Reihe der Prinzregenten ein", sagte Seehofer unter Anspielung auf Frage seiner Nachfolge. Bisher gelten auch Finanzminister Markus Söder und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner als Aspiranten auf die Seehofer-Nachfolge.

Im oberfränkischen Steinbach am Wald (Landkreis Kronach) bestätigten die Delegierten des CSU-Bezirksparteitages den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich als Bezirkschef. Der 58 Jahre alte Bundestagsabgeordnete aus Hof wurde am Samstag mit 100 Prozent der abgegebenen und gültigen Delegiertenstimmen gewählt. Friedrich hat den Posten seit 2011 inne. Er war von 2011 bis 2013 Bundesinnenminister und übernahm anschließend das Landwirtschafts-Ressort. Im Zuge der Edathy-Affäre erklärte er im Februar vergangenen Jahres seinen Rücktritt.