Wegen eines beleidigenden Facebook-Eintrags über ihren Lehrer ist eine 14-jährige Schülerin am Dienstag vom Düsseldorfer Amtsgericht zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Strafmildernd sei berücksichtigt worden, dass das Mädchen die Tat gestanden und ehrliche Reue gezeigt habe, sagte ein Sprecher des Gerichts dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zulasten des Mädchens habe das Gericht allerdings betont, dass es sich bei der ehrverletzenden Bemerkung vor einem recht großen Personenkreis nicht um eine Bagatelle gehandelt habe. Daher habe das Gericht im Rahmen des Jugendstrafrechts ein Urteil wegen Beleidigung gefällt.
Die Schülerin einer Förderschule hatte ihren Lehrer heimlich im Klassenraum fotografiert, das Foto mit dem Zusatz "Behinderter Lehrer ever" (sic) veröffentlicht und den Eintrag sowohl ihren Facebook-Freunden als auch deren Kontakten zugänglich gemacht. Der Lehrer entschloss sich daraufhin zur Anzeige.

Die Lehrergewerkschaft "Verband Bildung und Erziehung" (VBE) nannte das Urteil ein Signal in die richtige Richtung. "Wir finden es richtig, dass ein solch schwerwiegender Fall gerichtlich geklärt wird, denn diese Ereignisse nehmen zu", erklärte der Landesvorsitzende Udo Beckmann. Viele Lehrkräfte stünden durch die Schule und Schulaufsicht unter Druck, in der Öffentlichkeit nicht über Beleidigungen in sozialen Netzwerken zu sprechen, weil das ein schlechtes Licht auf die Schule werfen könnte. Der Kollege verdiene für seinen Schritt Respekt. "Das erfordert Mut."

Beckmann warb dafür, dass Schulen intern klare Regelungen im Umgang mit sozialen Medien und Mobbing verabschieden. Ein solcher von der Schulkonferenz verabschiedeter Kodex böte ein stabiles Fundament, um sich gegen Angriffe zu wehren. Wichtig sei auch, dass Lehrkräfte in Konfliktfällen Rückendeckung durch den Arbeitgeber bekämen und der Vorfall nicht zum "Privatproblem" des Betroffenen erklärt werde, betonte Beckmann.