Jürgen Trittin

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat seinen Rückzug angekündigt. Er werde nicht wieder für das Amt kandidieren, sagte er am Dienstag laut Teilnehmern in einer Fraktionssitzung in Berlin.

Als Fraktionschefin antreten will Katrin Göring-Eckardt. "Wir haben eine schwere Führungsaufgabe", sagte die 47-Jährige, die gemeinsam mit Trittin an der Spitze des Wahlkampfs stand, laut Teilnehmern. Dafür wolle sie antreten. Zuvor hatte Fraktionschefin Renate Künast ihren Rückzug angekündigt.

Trittin sagte: "Wir müssen uns neu aufstellen mit Blick auf 2017." Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte er mit Blick auf den Widerstand der CSU gegen Schwarz-Grün mit: "Über Sondierungsgespräche entscheidet nicht CSU. Die werden Katrin und ich mit führen." Die neuen Fraktionsvorsitzenden sollen am 8. Oktober gewählt werden.

In der Sitzung der ausscheidenden und neuen Grünen-Abgeordneten bekam die Politiker für ihre Ankündigungen Applaus. Als wahrscheinlicher Nachfolger für Trittin gilt der Verkehrspolitiker Anton Hofreiter. Die Fraktionsführung besteht aus einer Doppelspitze mit mindestens einer Frau und jeweils einem Vertreter von Parteirealos und -Linken.


Bernd Schlömer

Piraten-Chef Bernd Schlömer hat nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl seinen Rücktritt angekündigt. Über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete er am Dienstag die Botschaft: "Tschüß #Piraten! Das war es für mich. Ich ziehe mich zurück. Vielen Dank für 4 1/2 tolle Jahre im #BuVo." Schlömer war im April 2012 zum Parteichef der Piraten gewählt worden, zuvor gehörte er in verschiedenen Funktionen dem Bundesvorstand an.

Schlömer sagte "Spiegel Online": "Es ist Zeit, frische Leute aufzufordern, Politik zu machen. Ich möchte einer notwendigen Profilierung nicht im Weg stehen." In Anspielung auf die Kritik am Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin sagte er: "Der Shitstorm gegen Trittin hat mir gezeigt, dass ich nicht so negativ bewertet enden möchte."


Philip Rösler

Alle Minister weg, der Parteichef auch und nicht einmal mehr im Bundestag: Die FDP muss nach ihrem Debakel praktisch von vorn anfangen. Die ganze Hoffnung ruht nun auf Christian Linder. Die FDP steht nach ihrem historischen Debakel bei der Bundestagswahl vor einem völligen Neuanfang. Der bisherige Vorsitzende Philipp Rösler erklärte am Montag seinen Rücktritt. Neuer Vorsitzender soll der bisherige FDP-Vize Christian Lindner werden, der die schwer angeschlagene Partei rundum erneuern will. Als Ziel gab der 34-Jährige aus, die Partei 2017 wieder zurück in den Bundestag zu führen. Es dürfe jetzt "kein "Weiter so"" geben.


Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Die bayerische FDP-Spitze hat die Vorentscheidung über die Nachfolge der scheidenden Landesvorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vertagt. Der Landesvorstand beschloss am Montagabend nach den zwei Wahlniederlagen in Bayern und im Bund zwar wie angekündigt den kollektiven geordneten Rückzug. Die Neuwahl des Landesvorstands soll bei einem Landesparteitag am 24. November über die Bühne gehen. Das sagte ein Sprecher am Dienstag. Doch anders als zunächst angedacht wurde bei der Sitzung am Montagabend über die Nachfolge von Leutheusser-Schnarrenberger noch nicht gesprochen.

Renate Künast

Künast sagte der dpa, sie habe ihre bereits vor Längerem getroffene Entscheidung bei einem Treffen der Abgeordneten ihres Realoflügels mitgeteilt. Sowohl Roth als auch Künast wollen für das Amt der Bundestags-Vizepräsidentin antreten. Dieses wird bisher von Katrin Göring-Eckardt ausgeübt.

Künast sagte, bereits nach der Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im vergangenen November habe sie der damals siegreichen Göring-Eckardt gesagt, dass diese aus ihrer Sicht den ersten Zugriff auf den Fraktionsvorsitz habe. Wer für den Realoflügel nun zum Zug kommt, blieb aber zunächst unklar. Neben Göring-Eckardt ist auch Fraktionsvize Kerstin Andreae im Gespräch. Ob sie antritt, sei noch offen, hieß es in Fraktionskreisen. Äußern wollte sie sich dazu auf Anfrage nicht.


Claudia Roth

"Ich werde bei der Neuwahl des Bundesvorstands nicht mehr antreten", sagte Roth am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Neuausrichtung." Die Bundestagswahl 2017 solle erneuert vorbereitet werden. Roth hatte sich am Montag erst vor Vertretern ihres linken Flügels erklärt. Sie wolle für das Amt der Bundestags-Vizepräsidentin antreten.

dpa