Zum Abschluss des 21. Bundestreffens der Tafeln wurden Tische mit einer Gesamtlänge von rund 140 Metern vor dem historischen Rathaus aufgebaut. Mit der dreistündigen Aktion sollte "ein Zeichen für mehr Solidarität und Mitmenschlichkeit" gesetzt werden.

Nach Angaben einer Sprecherin des Bundesverbands der Tafeln kamen rund 1000 Gäste. Unter ihnen war auch Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). Sie nutzte den Anlass, um den Abbau staatlicher Leistungen zu kritisieren. "Die Tafeln dürfen von der Politik nicht als selbstverständlich hingenommen werden und schon gar nicht Lückenfüller für eine unzureichende staatliche Versorgung sein", sagte Roth.

Der Bundesverband der Tafeln kritisiert eine voranschreitende soziale Spaltung der Gesellschaft und die Situation von Flüchtlingen. Angesichts des Zustroms von Asylbewerbern seien mehr Lebensmittelspenden nötig. Die Spenden stiegen nicht in dem Maße wie die Zahlen der Nutzer der Tafel-Angebote in der Bundesrepublik.

Pro Jahr erhalten bis zu 1,5 Millionen bedürftige Menschen Lebensmittel und Sachspenden von den Tafeln. Die Helfer sammeln Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, und geben sie kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag aus. Bundesweit gibt es mehr als 900 Tafeln.