Das OLG hatte das Akkreditierungsverfahren komplett neu gestartet, nachdem das Bundesverfassungsgericht mindestens drei feste Plätze für türkische Medien verlangt hatte. Zunächst waren die Reservierungen nach der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben worden. Die türkische Zeitung "Sabah" hatte deswegen Verfassungsbeschwerde erhoben.

In den Lostöpfen befanden sich diesmal 324 Medien. OLG-Präsident Karl Huber bezeichnete das Losverfahren als angemessen, gerecht und allgemein anerkannt. Zugleich kritisierte er scharf die "Angriffe", denen das Gericht in den vergangenen Wochen ausgesetzt gewesen sei.

Unter den 50 Medien, die laut OLG-Liste einen festen Sitzplatz haben, sind etwa die ARD, der Westdeutsche, der Bayerische und der Südwestrundfunk sowie das ZDF. "Focus" und "Spiegel" sind ebenfalls dabei, nicht aber die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" - wohl aber das "Süddeutsche Magazin". Auch die Deutsche Presse-Agentur dpa steht auf der Liste. Diesmal können feste Presseplätze auch anderen akkreditierten Journalisten überlassen werden.

"taz"-Chefredakteurin Ines Pohl schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter umgehend, man prüfe, ob man gegen die Platzvergabe klage, um eine Videoübertragung für Journalisten zu erwirken. Die "taz" hatte im ersten Anlauf einen Platz ergattert und ging nun leer aus.

Für türkische Medien waren diesmal vier Plätze reserviert. Zum Zug kamen unter anderem die beiden Zeitungen "Sabah" und "Hürriyet". dpa