Man sagt, ohne Medikamente dauert eine Erkältung sieben Tage, mit Medikamenten eine Woche. Was also tun, wenn der Hals kratzt und die Nase läuft?

Der Bundesverband der Deutschen Apothekerverbände gibt Tipps gegen Schnupfen: Beim Naseputzen sei stets größte Sorgfalt geboten, beispielsweise könne das "Trompeten" Nasenschleim in die Nasennebenhöhlen pressen und das Risiko für Entzündungen steigern.

Viel besser sei es, sich leise und mit geringem Druck die Nase zu schnäuzen. Bei Schnupfen mit gelblichem Schleim, Ohrenschmerzen oder hohem Fieber sollte man sich Rat vom Arzt holen.

Der Verband rät auch, Nasentropfen nicht mit anderen zu teilen. Denn in den Sprayflaschen könnten sich Bakterien vermehren, so dass das Medikament zu einer wahren Keimschleuder werde.

Hausmittel wie ein heißer Grog gegen die Grippe seien gegen Schnupfen nutzlos. Das Immunsystem werde durch den Alkohol vielmehr geschwächt. Wichtig sei es, viel zu trinken, am besten Kräutertees oder Fruchtsäfte.

Schließlich sollte auf die Einnahme von Antibiotika verzichtet werden. Denn Schnupfen werde durch Viren verursacht. Antibiotika könnten jedoch nur gegen Bakterien helfen. Allein wenn zusätzliche Infektionen mit Bakterien vorliegen, sollte der Arzt Antibiotika verschreiben.

Der Besuch einer Sauna wirke sich ebenfalls eher schädlich aus. Zwar härte das Schwitzen den Körper normalerweise ab. Seien jedoch erste Symptome einer Erkältung da, schwächen kalte Duschen, Saunagänge und Sport den Körper.

Tipps für den Büroalltag

Berufstätige können sich mit einem Tee mit frischem Ingwer etwas Gutes tun, sagt Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Dazu sollten sie in der Mittagspause eine frische Hühnersuppe sowie viel rotes Gemüse (beispielsweise Paprika) und Obst (beispielsweise Kiwis und Apfelsinen) essen. Das bringe Vitamin C für die Immunabwehr.

Bei Kopfschmerzen helfe es, einen Melissentee zu trinken und Minzöl auf Stirn und Schläfen zu tupfen. Gut sei auch, sich eine Packung mit zerstoßenen Eiswürfeln in den Nacken zu legen. Oft sei Wassermangel eine Ursache für Kopfschmerzen. Daher sei es ratsam, bei den ersten Anzeichen für Kopfschmerzen ein großes Glas Wasser zu trinken.

Warum scharfes Essen gesund macht

Die Verbraucherzentrale Bayern hat noch einen etwas speziellen Rat: Gerade, wenn es draußen wieder kälter wird, sei scharfe Küche "besonders angesagt", um die Abwehrkräfte zu stärken, empfiehlt sie . Dabei helfen könnten Paprika, Pfeffer, Senf oder Chili.

"Grundsätzlich gibt es einen Zusammenhang zwischen kräftigem Würzen und Gesundheit", bestätigt Tessa Rehberg, Ernährungsberaterin und Expertin vom Verband der Ökotrophologen in Bonn. So hätten Zwiebelgewächse wie Lauch, Zwiebeln oder Knoblauch "eine gewisse antibiotische, desinfizierende Wirkung" über ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe. Die an Vitamin C reiche Paprika unterstütze das Immunsystem, "damit können Sie aber nicht innerhalb von zwei Stunden einen Schnupfen bekämpfen".

Um Schleim bei akuten Erkältungen lösen zu helfen, seien heiße Speisen, insbesondere scharfe Suppen empfohlen, meint Rehberg. "Die Nasenschleimhaut wird dann besser durchblutet und der Schleim flüssiger".

Und zu guter Letzt ein Tipp, der weder etwas mit gesunder Ernährung noch irgendwelchen Mittelchen zu tun hat: In Erkältungs-Zeiten einfach öfter mal die Hände waschen.