Am Donnerstag kam es bei Vodafone bundesweit zu einem Ausfallvon Internet und Telefon. 1,8 Millionen Menschen waren betroffen. Wem durch den Vodafone-Netzausfall ein Schaden entstanden ist, kann diesen auch zivilrechtlich geltend machen. 

Die überregionalen Einschränkungen, die über 20 Stunden andauerten, seien vollständig behoben, teilte das Unternehmen am Freitagnachmittag in Düsseldorf mit.

Bevor man aber juristische Schritte einleitet, sollte man erst einmal das Gespräch mit dem Unternehmen suchen und den Sachverhalt detailliert schildern, rät Carola Elbrecht vom Verbraucherzentrale Bundesverband. "Ich kann mir vorstellen, dass Vodafone an der ein oder anderen Stelle kulant ist."


Relevante Schadensfälle denkbar

Es seien durchaus relevante Schadensfälle denkbar, so die Juristin: Der Selbstständige, dem ohne Internet ein Auftrag entgangen ist, der Privatmann, der bei Ebay seine Gebote oder Angebote nicht kontrollieren konnte, oder jemand, den in einer Vertragsangelegenheit ein wichtiger Telefonanruf nicht erreicht hat.

"Man muss die Kirche schon im Dorf lassen", schränkt Elbrecht aber ein. Forderungen, "nur weil jemand nicht googlen konnte für ein paar Stunden", hält die Verbraucherschützerin nicht für erfolgversprechend. Ohnehin gelte: "Ausfälle in diesem Bereich sind sehr überschaubar."


Vodafone garantiert keine hundertprozentige Verfügbarkeit

Vodafone selbst garantiert branchenüblich keine hundertprozentige Verfügbarkeit der Leistungen, sondern verspricht in den Geschäftsbedingungen nur "mindestens 98,5 Prozent im Jahresmittel". Ob so eine Klausel vor Gericht Bestand hätte, sei natürlich eine andere Frage, sagt Elbrecht. Die Größenordnung der garantierten Verfügbarkeit klinge aber realistisch.