G 8 oder G 9? Das Kultusministerium möchte die leidige, nicht enden wollende Diskussion darüber, in welchem Zeitraum Bayerns Gymnasiasten am besten zum Abitur geführt werden können, endlich vom Tisch haben. "Mittelstufe Plus" heißt das Zauberwort, mit dem ein bildungspolitisch gordischer Knoten endlich durchschlagen werden soll. Gestern endete jedenfalls für Bayerns Gymnasien offiziell die Bewerbungsfrist zur Teilnahme an diesem Förderprojekt.

Was steckt hinter der Maßnahme? Ausgewählte Schüler sollen so die Möglichkeit erhalten, den Stoff der achten, neunten und zehnten Klasse statt in drei in vier Jahren erlernen zu können.
Einschränkungen gibt's bereits im Vorfeld. Nur 25 Prozent der Schülerschaft der an dem Projekt beteiligten Gymnasien sollen die "Mittelstufe Plus" besuchen dürfen. Während die SPD-Opposition von einem "Sitzenbleiben in anderem Gewand" spricht, glaubt Max Schmidt, Chef des Philologenverbands, dass der in den Jahrgangsstufen 8, 9, und 9 plus zugestandene Wegfall des verpflichtenden Nachmittagsunterrichts einem breiten Bedürfnis von Eltern und Schülern entgegenkommt.

Seitens des Kultusministeriums verweist man darauf, dass es sich bei dem Projekt "Mittelstufe Plus" immer noch um ein Pilotprojekt und nicht um eine flächendeckende Einführung handle. Aus diesem Grund sollten in dieser Phase nur rund zehn Prozent der Gymnasien in das Projekt eingebunden werden. Sollten es aufgrund des Ínteresses einige mehr werden, sei man durchaus gesprächsbereit, so Ministeriumssprecher Ludwig Unger. Aber: Das Kriterium der Auswertbarkeit der erarbeiteten Ergebnisse müsse erfüllt werden.

Bewerben mussten sich die Schulen bei den jeweils in den Regierungsbezirken zuständigen Ministerialbeauftragten. Die treffen auch eine Vorauswahl und unterbreiten dem Ministerium entsprechende Vorschläge, so Unger. Der verweist im übrigen darauf, dass die beteiligten Schulen vier zusätzliche Lehrerwochenstunden für konzeptionelle Arbeit erhalten werden. Die, plus die aufgrund geringerer Wochenstundenzahl frei werdenden Lehrerstunden in der Mittelstufe Plus, müssen als Gestaltungsspielraum ausreichen. Zusätzliche Kosten sollen dem Ministerium durch das Projekt nicht entstehen.

Schulen, die an dem Projekt teilnehmen:

Kronach: Frankenwald-Gymnasium, Kaspar-Zeuß-Gymnasium

Gymnasium Höchstadt a.d.Aisch

Gymnasium Burgkunstadt

Kulmbach: Caspar-Vischer-Gymnasium

Ebermannstadt: Gymnasium Fränkische Schweiz

Hammelburg: Frobenius-Gymnasium

Coburg: Gymnasium Alexandrinum

Bamberg: E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium,