"Wenn es stimmt, dass in Ostdeutschland mehr als 50.000 Menschen als Testpatienten missbraucht wurden, handelt es sich um einen der größten Medizinskandale der Nachkriegsgeschichte", sagte Knabe am Sonntag. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, dass das Ausmaß der Tests an DDR-Kliniken weitaus größer ist als bisher bekannt.

Demnach sollen in mehr als 50 Kliniken über 600 Medikamentenstudien in Auftrag gegeben worden sein. Mehr als 50.000 Menschen sollen als Testpatienten gedient haben - teils unwissentlich, schreibt der "Spiegel" und verweist auf Akten des DDR-Gesundheitsministeriums, der Stasi und des Instituts für Arzneimittelwesen der DDR.

Die Bundesregierung sei in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen, sagte Knabe. Auch die beteiligten Pharmakonzerne müssten die Vorgänge rückhaltlos offenlegen: "Wer Menschen, die sich nicht wehren können, als Versuchskaninchen missbraucht, handelt inhuman." Die Berliner Charité plant indes ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Testreihen. dpa