Mit der einprägsamen Losung "Ist Luisa hier?" sollen bedrängte Frauen in Münsters Kneipen und Clubs unkompliziert Hilfe bekommen. Wer im Partygewimmel belästigt wird oder sich bedroht fühlt, kann in teilnehmenden Läden mit der Frage nach der fiktiven Freundin auf das Thekenpersonal zugehen. Die geschulten Mitarbeiter in inzwischen 30 teilnehmenden Bars und Diskotheken sorgen dann dafür, dass die Frau in einem geschützten Raum die Hilfe bekommt, die sie braucht.


Idee kommt aus England

"Das kann ein Taxi sein, ein Anruf bei Freunden oder im Extremfall auch die Polizei", sagt Gerlinde Gröger, Leiterin vom Frauen-Notruf Münster, der die Idee aus England nun in Münster verbreitet. Plakate machen in der Partyszene auf die Aktion aufmerksam. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

Ziel sei es, mit der einfach formulierbaren Frage Hilfe bekommen zu können ohne großes Aufsehen zu erregen, erläutert Gröger. Denkbar seien Situationen wie permanentes Angetanzt-Werden, Übergriffe oder ein misslungenes Date, aus dem man einfach nur raus wolle. "Wir gehen davon aus, dass der kurze Code in der Feieratmosphäre einfacher über die Lippen geht und klarer ankommt als der Satz 'Ich werde belästigt!'."

Sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit sei für viele Frauen leider ein "Alltagsthema", sagte Gröger. Seit mehreren Jahren treibt der Frauennotruf in Münster daher Präventionsprojekte für sicheres Feiern voran.