Der Deutsche Alpenverein (DAV) wolle damit Verantwortung übernehmen, sagte Präsident Josef Klenner am Donnerstagabend. "Es ist wichtig, dass wir Position beziehen."

Der Verband verabschiedete eine Erklärung gegen Fremdenfeindlichkeit: "Mit Sorge beobachten wir, wie angesichts gesellschaftlicher und sozialer Herausforderungen der Tonfall in den öffentlichen Debatten rauer wird." Ängste vieler Menschen würden missbraucht, um Hetze gegen Andersdenkende gesellschaftsfähig zu machen.

Der Verband, der 2011 eine umfassende Aufarbeitung seiner braunen Vergangenheit vorgelegt hatte, hatte schon 1933 keine jüdischen Mitglieder mehr, sagte Klenner. "Gerade wegen der aktiven Beteiligung - das hat uns ja niemand damals aufoktroyiert - wollen wir der gesellschaftlichen Entwicklung entgegentreten."

Bei dem Projekt A.L.M. (Alpen.Leben.Menschen.) von DAV und Malteser Hilfsdienst stapfen seit August Flüchtlinge mit Einheimischen auf die Berge. Dabei sollen die Neuankömmlinge Kontakte knüpfen, ihre neue Heimat kennenlernen und sich bei Wegebau oder Naturschutzmaßnahmen beteiligen. Schließlich, heißt es auf der Webseite, sei alpenländische Tradition für manchen Zugereisten ein Kulturschock - wieviel mehr erst für Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea oder Somalia.