Die Temperaturen steigen weiter: Zur Wochenmitte erreicht das Thermometer bis zu 32 Grad, am Donnerstag soll in Franken sogar die 35-Grad-Marke geknackt werden. Die Hitzewelle freut nicht nur Freibad-Fans und Sonnenanbeter, sie birgt auch einige Risiken. Neben der akuten Waldbrandgefahr in weiten Teilen Frankensbesteht auf vielen Autobahnabschnitten die Gefahr von sogenannte Blow-Ups.

Denn die Hitze bringt manche Straßen regelrecht zum Schmelzen oder zum Platzen. Für Verkehrsteilnehmer können diese Straßen sehr gefährlich werden. "Der Asphalt hochbelasteter Straßen weicht bei ungefähr 70 Grad auf", warnte der Fachmann Peter Renken vom Braunschweiger Institut für Straßenwesen. Schwere Laster verformten dann den weichen Untergrund. Es könnten sich gefährliche Spurrillen im Asphalt bilden.
Im Südwesten wurde bereits wegen der akuten Gefahr ein Tempolimit auf manchen Straßen verhängt. Auf der A5 und der A6 dürfen Autofahrer aktuell auf den Abschnitten um das Autobahnkreuz Walldorf nur mit 80 Kilometern pro Stunde fahren. Die Beschränkungen gelten immer zwischen zehn und 20 Uhr - aufgehoben werden die Limits erst, wenn die Tageshöchstwerte wieder unter 30 Grad liegen.


Noch keine akuten Warnungen für Bayern

Auch auf bayerischen Autobahnen kann man hitzebedingte Fahrbahnschäden nicht ausschließen, eine akute Warnung liegt aber noch nicht vor. Im letzten Jahr gab es auf der A3, der A93 und der A94 streckenweise erhöhte Blow-Up-Gefahr. Vor allem Motorradfahrer waren damals aufgerufen, diese Abschnitte zu meiden.

Tempolimits, die aufgrund von so genannten Blow-Ups oder anderen hitzebedingten Fahrbahnschäden oder Gefahren erlassen werden, sind in der Regel so lange gültig, bis die Wetterprognosen für zwei aufeinanderfolgende Tage Höchsttemperaturen von weniger als 28 Grad vorhersagen. So ist zu erklären, dass auch während der kühleren Nachtstunden Geschwindigkeitsbeschränkungen von in der Regel 80 Stundenkilometer bestehen bleiben.

Laut den Verkehrsexperten des ADAC stehen die Betonplatten, an denen bei starker Hitze Blow-Ups auftreten können, auch in den späten Abendstunden noch unter extremer Spannung. So hat die Autobahndirektion Südbayern, in deren Zuständigkeitsbereich die mit Abstand meisten Blow-Ups aufgetreten sind, abends eine Häufung der Fahrbahnaufbrüche registriert.