Mehrere Hundert Menschen hatten sich in der Hoffnung, dass der neue und der emeritierte Papst sie begrüßen würden, vor dem Hauptportal des Palastes versammelt.

Beide wollen nach Vatikanangaben gemeinsam zu Mittag essen. Franziskus hatte bereits zwei Mal mit Benedikt telefoniert, kurz nach seiner Wahl am 13. März und am Tag seiner offiziellen feierlichen Amtseinführung, dem 19. März.

Bei dem Treffen von Franziskus und Benedikt dürfte es auch um Personalentscheidungen in der vatikanischen Kurie gehen. Die mit dem Ende des vorangegangenen Pontifikats automatisch aus dem Amt geschiedenen Behördenchefs im Vatikan setzte Franziskus indes unter dem Vorbehalt von Neuernennungen wieder in ihre Ämter ein.

Benedikt XVI. hatte im Februar als erster Papst der Neuzeit aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt. Der emeritierte Papst verbringt die kommenden Wochen in der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo in der Nähe von Rom, bevor er endgültig in ein Kloster im Vatikan geht. Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio war am 13. März zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern gewählt worden. Der bisherige Erzbischof von Buenos Aires ist der erste Papst aus Lateinamerika und der erste Jesuit auf dem Heiligen Stuhl.

Das Zusammentreffen zwischen Franziskus und Benedikt gilt als historisch. In der Vergangenheit hatten nach Angaben der katholischen Deutschen Bischofskonferenz nur zwei Päpste von der Möglichkeit des freiwilligen Amtsverzichts Gebrauch gemacht: Papst Coelestin V. (1210-1296) im Jahre 1294 und Papst Gregor XII. (1406-1415) im Jahre 1415 auf dem Konzil von Konstanz.