Hobby-Astronomen bereiten sich auf ein neues Himmelsschauspiel vor. Am Montag (9. Mai) zieht der Merkur direkt vor der Sonne vorbei. Mit der richtigen Ausstattung lässt sich das seltene Himmelsereignis beobachten. Der Merkur - der kleinste Planet unseres Sonnensystems - wandert ab dem Mittag an der Sonne vorbei. Bis zum Abend wird er als kleiner schwarzer Punkt vor der Sonne sichtbar sein. Mit bloßen Augen ist das Schauspiel aber nicht sichtbar.

Voraussetzung ist ein Fernrohr mit mindestens 50-facher Vergrößerung - und klare Sicht. Hoffnung darauf können sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor allem die Menschen östlich von Emsland und Harz machen. Meteorologen und Astronomen warnen allerdings davor, ohne Filter nach dem Planeten Ausschau zu halten.


Merkurtransit zwischen 13.12 und 20.41 Uhr

Der sogenannte Merkurtransit beginnt um 13.12 Uhr mit dem Auftauchen des Planeten am Ostrand der Sonne. Enden soll das Schauspiel um 20.41 Uhr. Am besten lässt es sich nach Angaben der Experten in einer Sternwarte beobachten. Eine Garantie, den sonnennächsten Planeten tatsächlich zu sichten, gebe es aber auch dort nicht.

"Östlich von Emsland und Harz rechnen wir den ganzen Tag mit einem klaren Himmel und bester Sicht. Schlechter wird es, je weiter wir nach Südwesten kommen", sagte ein DWD-Meteorologe. Wegen der langen Dauer des Himmelsereignisses sei der Merkur voraussichtlich aber auch in stärker bewölkten Regionen vorübergehend zu sehen.

In 100 Jahren gibt es höchstens 14 solcher Phänomene, wobei nicht alle von Deutschland aus zu beobachten seien, sagt Uwe Walther von der Volkssternwarte Kirchheim. Das letzte Mal sei das 2003 der Fall gewesen.


Nicht ungeschützt in die Sonne schauen

Die Volkssternwarte öffnet während des seltenen Ereignisses seine Toren. Auch andere Sternwarten beteiligen sich. Auch Walther mahnte, nicht ungeschützt in die Sonne zu schauen, "da sonst schwerste Augenschäden die Folge sind". Das gelte nicht nur für die Beobachtung mit bloßem Auge, sondern erst auch beim Einsatz von Ferngläsern oder Fernrohren.

Der Merkur ist der kleinste Planet unseres Sonnensystems und hat einen Durchmesser von etwa 4900 Kilometern. Merkurtransite sind noch seltener als Sonnen- und Mondfinsternisse. In diesem Jahrhundert soll der Merkur insgesamt 14 Mal vor die Sonne treten.

Nicht jedes der Ereignisse ist von Mitteleuropa aus zu sehen. Von Deutschland aus konnte das Schauspiel zuletzt 2003 beobachtet werden, das nächste Mal ist es 2019 möglich.