Wer hat Anspruch auf Kindergeld?
Anspruch auf Kindergeld haben alle Eltern oder Erziehungsberechtigte (z.B. Pflegeeltern) für Kinder, die zum Familienhaushalt gehören und dort auch ihren Wohnsitz haben. Eine bestehende Haushaltsaufnahme wird durch eine zeitweilige auswärtige Unterbringung wegen Schul- oder Berufsausbildung oder Studium des Kindes nicht unterbrochen. Die Eltern müssen über einen Wohnsitz in Deutschland oder aber zumindest in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sein.


 
Kindergeld ab 2016 nur noch mit Steuernummer

Haben Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit einen Wohnsitz außerhalb Deutschlands und sind nicht unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland, können sie dennoch Kindergeld beantragen, wenn

- sie in einem Versicherungspflichtverhältnis zur Bundesagentur für Arbeit stehen
- als Entwicklungshelfer oder als Missionar tätig sind oder
- Rente nach deutschen Rechtsvorschriften beziehen, Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftsraum sind und in einem der Mitgliedsstaaten leben.

In Deutschland wohnende Ausländer können Kindergeld erhalten, wenn sie eine gültige Niederlassungserlaubnis besitzen. Leichter haben es Staatsangehörige der EU sowie des Europäischen Wirtschaftsraums - hier gelten die Regelungen über die allgemeine Freizügigkeit von Unionsbürgern. Sie sowie Staatsangehörige der Schweiz können Kindergeld unabhängig davon erhalten, ob sie eine Niederlassungserlaubnis oder Aufenthaltserlaubnis besitzen.

Anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte können ebenfalls Kindergeld erhalten.


Wie lange wird Kindergeld ausgezahlt?
Grundsätzlich berechtigt ist man ab dem Geburtsmonat des Kindes bis zu dessen 18. Geburtstag. Wichtig hierbei: Es gilt der angefangene Monat, wird ein Kind also etwa am 31. August geboren, erhalten die Eltern für den vollständigen August Kindergeld.


Bekommt man Kindergeld für volljährige Kinder?
Nach Vollendung des 18. Lebensjahres besteht nur dann Kindergeldanspruch, wenn sich das Kind in einer Ausbildung befindet oder als arbeits- bzw. ausbildungssuchend gemeldet ist. Dann verlängert sich der Anspruch bis maximal bis zum 25. Geburtstag - außer das Kind beendet vorher seine Ausbildung.

Kann ein Kind seinen Lebensunterhalt aufgrund einer geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderung nicht selbst bestreiten, wird das Kindergeld ohne Altersbeschränkung weiter ausgezahlt. Voraussetzung hier ist allerdings, dass die Behinderung vor dem 25. Geburtstag festgestellt worden ist.
Kindergeld wird erhöht - Auszahlungen rückwirkend ab Januar 2015

Wie hoch ist das Kindergeld?
Ab dem 1. Januar 2015 wird das Kindergeld stufenweise angehoben. Für das erste und das zweite Kind beträgt es nun 188 Euro pro Kind, für das dritte Kind 194 Euro. Für das vierte und jedes weitere Kind erhält man 219 Euro pro Kind. Ab 2016 betragen die Sätze dann 190 Euro, 196 Euro sowie 221 Euro.

Ab etwa einem Einkommen von 33.500 Euro bei Alleinstehenden oder 63.500 Euro bei Verheirateten erhalten Eltern kein Kindergeld, sondern bekommen nach § 32 Abs. 6 EStG (Einkommensteuergesetz) den Kinderfreibetrag gewährt. Dieser ist ab diesen Einkommenshöhen vorteilhafter für die Eltern als das Kindergeld.


Wer ist zuständig - wo beantrage ich Kindergeld?
Zuständig ist die Familienkasse, die in der zuständigen Agentur für Arbeit angesiedelt ist. Beschäftigte im öffentlichen Dienst müssen das Kindergeld dagegen beim Dienstherren bzw. der Vergütungsstelle beantragen. Der Antrag muss schriftlich erfolgen.
Hier können Sie Antragsformulare herunterladen!

Die Familienkasse benötigt zwingend die Geburtsurkunde, um den Antrag auf Kindergeld zu bearbeiten.


Kann Kindergeld verjähren - kann man Kindergeld rückwirkend beantragen?
Kindergeld kann bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Es ist ausreichend, dass der Antrag innerhalb dieser Frist gestellt wird. Das Kindergeld wird dann auch nach Ablauf dieser vier Jahre gezahlt.


Was muss ich der Familienkasse mitteilen?
- die Aufnahme einer Tätigkeit im Ausland
- die Übernahme einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst
- der Bezug anderweitiger kindbezogener Leistungen
- die dauerhafte Trennung oder die Scheidung bezugsberechtigter Eltern
- der Tod des Kindes
- das Verlassen des Haushalts durch einen Bezugsberechtigten oder ein Kind

Bei volljährigen Kindern muss folgendes mitgeteilt werden:

- Bezüge oder Einkünfte des Kindes sowie die Erhöhung des bisherigen Einkommens
- Änderungen in der Ausbildung oder im Studium
- Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums, wenn das Kind bisher auf Arbeitssuche oder ohne Ausbildungsplatz war
- Schwangerschaft oder Heirat des Kindes