Nein, es gibt sie schlicht nicht - Bevölkerungsgruppen oder Ethnien, die sich mit Eigenschaften wie "gut" oder "schlecht" beschreiben lassen. Mit Blick auf Freiburg und den schrecklichen Mord an einer 19-jährigen Studentin heißt das: keine pauschalen Verurteilungen!

Das gilt auch für die Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, der der 17-jährige tatverdächtige Afghane angehört. Die Freiburger Tat, sie ist sicher nicht zu entschuldigen. Aber sie gehört zuallererst von unserer Justiz mit allen einem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Mitteln untersucht und geahndet.

Der in ersten AfD-Reaktionen erkennbare Versuch, aus der Tat politisch Kapital schlagen zu wollen, er ist schlicht schäbig. Junge Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen, gleichzeitig die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin als für die Tat mitverantwortlich hinzustellen, das ist abwegig. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die politisch motivierten Vorurteile gegen die Gruppe junger unbegleiteter Flüchtlinge auch durch Zahlen widerlegen lassen. Laut Bundeskriminalamt gab es im letzten Jahr nur 13 mit dem Freiburger Mord vergleichbare Sexualdelikte im Land. Und nur für einen dieser Fälle sei ein Jugendlicher verantwortlich gewesen, unabhängig von der Volkszugehörigkeit.

Die geistigen Brandstifter von Rechts werben für Hass und erzeugen eine unsägliche strukturelle Fremdenfeindlichkeit im Land. Unabhängig davon müssen wir uns die Frage stellen, wie wir mit Taten umgehen, an denen Ausländer oder Flüchtlinge beteiligt sind. Verbrechen nur deshalb schamhaft zu ignorieren, weil bestimmte Volksgruppen involviert sein könnten, das wäre Wasser auf die Mühlen der Fremdenfeinde im Land. Es bleibt Aufgabe und Verpflichtung der Medien, die Dinge beim Namen zu benennen. Dazu gehört, die mögliche Tat eines 17-jährigen afghanischen Flüchtlings als das zu bezeichnen, was sie war - schlicht abscheulich. Aber: Für alles weitere ist unsere Justiz zuständig.