Bislang hatte die FDP vehement für die Beibehaltung der Studiengebühren gekämpft - und auf dem von den Wählern durchgesetzten Volksentscheid dazu bestanden. Die FDP-Spitze knickte allerdings gegenüber der CSU ein, als klar wurde, dass es sicher nicht zum Volksentscheid kommen würde. Die CSU hatte jahrelang selbst hartnäckig für die Studiengebühren gekämpft, dann aber im vergangenen Herbst eine 180-Grad-Wende vollzogen.

In einem Brief an ihre Basis hatten die FDP-Verhandlungsführer um Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zuletzt vehement für den Kompromiss mit der CSU geworben. Ihre Argumentation: Den Kampf für den Volksentscheid hätten wir nicht gewinnen können - deshalb war es uns wichtig, aktiv Politik zu gestalten und möglichst viele FDP-Forderungen durchzusetzen. Teile der FDP sehen den Kompromiss aber kritisch oder lehnen ihn ab - etwa die Jungen Liberalen. Begründung: Die zusätzlichen Ausgaben seien nicht vollständig im Haushalt gegenfinanziert. Die FDP-Spitze rechnete dennoch damit, dass der Parteitag den Kompromiss mit der CSU letztlich absegnen wird.

Interessant wird zudem auch die Wiederwahl des Landesvorstands. Spekuliert wurde, ob die Delegierten zwar dem Kompromiss mit der CSU absegnen, aber den Verhandlungsführern bei der Vorstandswahl einen Denkzettel verpassen. Zu Gast ist auch FDP-Bundeschef Philipp Rösler. dpa