In Istanbul ist Dienstagmorgen im Bezirk Beyazit nahe einer Bushaltestelle zu einer Explosion gekommen. Mindestens elf Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, weitere 36 verletzt. Ziel des Anschlages soll ein Polizeibus gewesen sein, der eine Anti-Terror-Einheit transportiert hatte. Die Bombe sei in einem geparkten Auto explodiert, als der Polizeibus vorbeifuhr. Das genaue Ausmaß des Anschlages ist nicht bekannt. Unter den Todesopfern sollen sich sieben Polizisten und vier Zivilisten befinden.


Reisende werden um Vorsicht gebeten

Das Auswärtige Amt in Berlin riet nach dem Anschlag Reisenden zu erhöhter Vorsicht. "Wir verurteilen den brutalen Anschlag in Istanbul und trauern mit der Türkei um die Toten", teilte das Ministerium mit. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer."

Fernsehbilder zeigten den von der Explosion zerstörten Polizeibus. Auch die umliegenden Gebäude wurden schwer beschädigt. Der Ort liegt in der Altstadt der türkischen Metropole in der Nähe des Großen Basars und der weltberühmten Blauen Moschee.

Ein Gericht in Istanbul verhängte kurz nach dem Anschlag eine eingeschränkte Nachrichtensperre. Grund sei unter anderem der Schutz der "nationalen Sicherheit" und der "öffentlichen Ordnung", teilte die Rundfunkbehörde RTÜK am Dienstag mit.


Nicht der erste Anschlag in Istanbul

Ganz in der Nähe des Anschlagsortes hatte bereits im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Urlauber mit in den Tod gerissen. Für diesen und einen weiteren Anschlag im März in Istanbul machte die Regierung die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

Allerdings waren immer wieder auch Sicherheitskräfte das Ziel von Anschlägen. So wurden bei einem Autobombenanschlag im Mai diesen Jahres auf das Militär insgesamt acht Menschen verletzt. Im August 2015 starben mindestens vier Menschen bei einem Angriff auf eine Polizeiwache. Die Sicherheitskräfte sind häufig das Ziel der verbotenen nationalistischen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder einer ihrer Splittergruppen, der TAK. Auch die linksterroristische DHKP-C verübt immer wieder Anschläge.