Er starb nach Angaben eines Sprechers der Familie heute im Alter von 69 Jahren nach einem schweren Herzinfarkt in einem Berliner Krankenhaus.

Peter Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde. Er gehörte 29 Jahre dem Bundestag an, davon acht als Fraktionschef der SPD. In der Zeit der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von 2005 bis 2009 sorgte er mit Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) für viele Kompromisse.

Legendär ist das "Strucksche Gesetz". Struck hatte einmal erklärt, dass kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie der Entwurf dazu eingebracht wurde. Damit stellte er die Macht der Abgeordneten gegenüber der Regierung klar. Bis heute berufen sich Parlamentarier immer wieder darauf.

Nach seinem Abschied aus dem Bundestag 2009 wurde es ruhig um ihn. Zu den größeren Herausforderungen danach zählte die Schlichtung im Konflikt um einheitliche Tarifstandards in der Bahnbranche Ende 2010. Eine Paraderolle für Struck.

1964 trat Struck in die SPD ein. Nach der Promotion zum Dr. jur. arbeitete Struck zunächst in der Hamburger Verwaltung. Von 1990 bis 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1998 bis 2009 stand Struck ununterbrochen in der vordersten Reihe der SPD.
Nach der Entlassung von Rudolf Scharping (SPD) aus dem Kabinett wurde er 2002 Verteidigungsminister. Um den auch in der rot-grünen Koalition umstrittenen Afghanistan-Einsatz zu rechtfertigen, betonte er Ende 2002: "Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt." Auch dieser Satz wird bis heute von vielen Politikern unterschrieben.

Für das Amt des Verteidigungsministers entwickelte er eine große Leidenschaft, weil er einen engen Draht zu den Soldaten knüpfen konnte. In seiner Ministerzeit erlitt Struck einen Schlaganfall, von dem er sich langsam wieder erholte. Zu Strucks großen Leidenschaften außerhalb der Politik gehörte das Motorradfahren.
Er wurde am 24. Januar 1943 in Göttingen (Niedersachsen) geboren und starb am 19. Dezember in einem Berli ner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarkts.