Dies schreibt die "Augsburger Allgemeine" (Samstag), allerdings ohne Angabe von Quellen. Wenige Tage später seien die beiden Beschuldigten aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die CSU-Politikerin war früher Oberbürgermeisterin in Neu-Ulm.

Ein Sprecher der Staatskanzlei wies die Vorwürfe am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zurück. "Das ist nicht so", sagte er. "Aus unserer Sicht sind die Fakten völlig klar." Zu dem Bericht, wonach Merk Ende 2012 mit einem Anruf bei der zuständigen Oberstaatsanwältin Einfluss genommen habe, sagte der Sprecher: "Hat sie nicht".

SPD und Grüne fordern eine rückhaltlose Aufklärung der Vorfalls. "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, dass Frau Merk in ihrer damaligen Funktion als Justizministerin einem alten Bekannten geholfen hat, wäre ihr Rücktritt unausweichlich", erklärte SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher. "Eine Politikerin, die ihre Macht als Justizministerin derart missbraucht, wäre auch als Europaministerin untragbar", sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann.