"Wir haben nicht einen Wahlkampf gemacht, sondern eher eine unglaubliche, großartige Bewegung in Gang gesetzt", sagte Trump in New York bei seiner Dankesrede nach seinem Wahlerfolg zum 45. US-Präsidenten. Er habe sein Berufsleben lang als Geschäftsmann nach ungehobenen Potenzialen gesucht. Das wolle er jetzt als Präsident tun.


Im Steckbrief: Donald John Trump

- Beruf: Unternehmer, Entertainer, Schauspieler, Buchautor
- Geburtstag und Alter: 14. Juni 1946, 70 Jahre alt
- Sternzeichen: Zwillinge ("vielseitig, kommunikationsfähig, rasche Auffassungsgabe")
- Geboren in: New York City
- Größe: 1,88 Meter
- Augenfarbe: blau
- Familienstand: Verheiratet in dritter Ehe mit Melania Trump
- Kinder: Insgesamt fünf. Zwei Söhne (Donald Jr., Eric), eine Tochter (Ivanka) aus erster Ehe. Eine Tochter (Tiffany) aus zweiter Ehe. Einen Sohn (Barron) aus dritter Ehe.
- Motto: "Make America Great Again" (Machen wir Amerika wieder großartig)


Was Trump sich leisten konnte, ohne zu stürzen

Sexistische Sprüche, Verbalattacken auf Politiker, Hetzreden gegen Muslime: Donald Trump hat sich in den vergangenen Monaten ein Stakkato an Ausfällen geleistet, wie kein anderer US-Präsidentschaftskandidat vor ihm. Es scheinen genau diese Extreme zu sein, mit denen Trump zwar führende Republikaner gegen sich aufbringt, aber seine Wählerschaft an sich bindet. Trumps Verhalten, da sind sich Experten einig, wäre niemandem außer Trump durchgegangen. Seine extremsten Entgleisungen:


Trumps sexistische Aussagen:

Trump fällt seit Jahren mit frauenverachtenden Sprüchen auf wie "dicke Schweine" oder "Schlampen". Eine Miss Universe verunglimpfte er als "Miss Piggy", die ordentlich Gewicht zugelegt habe. Nach kritischen Fragen der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly deutete Trump an, sie habe Menstruationsprobleme gehabt.


Trumps Video-Skandal:

In einem Video aus dem Jahr 2005 ist zu hören, wie Trump vulgär über Frauen herzieht. Nur wenige Monate nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Melania brüstet er sich mit sexuellen Übergriffen.


Trumps verbal-Angriffe auf Familie eines toten Soldaten:

Trumps Hetze gegen andere Ethnien scheint kaum Grenzen zu kennen. Ende Juli legte er sich mit den pakistanstämmigen Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten an.


Trumps Unklarheiten um Steuererklärung:

Seit Monaten weigert sich Trump, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, obwohl das bei Präsidentschaftskandidaten überparteilicher Usus ist. Auch Hillary Clinton legte ihre Daten offen. Die "New York Times" berichtete, dass der Geschäftsmann Trump 1995 einen Verlust von 916 Millionen US-Dollar (824 Mio Euro) ausgewiesen habe. Steuerexperten kamen daraufhin zu dem Schluss, dass Trump auf diese Weise über zwei Jahrzehnte keine Steuern abführen musste.


Trumps Drohungen mit Waffengewalt:

Mit einer zweideutigen Aussage, die sich als Aufruf zur Gewalt gegen seine Rivalin Hillary Clinton verstehen lässt, löste Trump einen Sturm der Entrüstung aus. Bei einem Wahlkampfauftritt deutete er an, dass nur Waffenfreunde Clinton aufhalten könnten.


Was Trump sich sonst noch leistete:

- Trump verwechselt 9/11 mit 7/11 - Trump macht Anspielung auf die Größe seines Penis - Trump behauptet seit längerem, US-Präsident Barack Obama sei nicht in den USA zur Welt gekommen, sondern in Kenia. Ebenso zweifelt er Obamas Glauben an


US-Wahl: Wer sind Trumps größte Unterstützer?

Während die Demokratin Hillary Clinton in diesen Tagen mit einer Garde von prominenten Fürsprechern wie Präsident Barack Obama unterwegs ist, gleicht der Wahlkampf von Donald Trump einer Ein-Mann-Show. Auf die Hilfe mächtiger Republikaner kann er nicht setzen. Wer sind seine wichtigsten Unterstützer?


US-Präsident Trump: Trumps Familie


Trumps innerster Zirkel besteht überwiegend aus seiner Familie. Die Söhne Donald Jr. und Eric sowie Tochter Ivanka sind seine besten Trümpfe. Zum einen sind sie gut für die Außenwirkung, preisen sie doch stets die menschliche Seite des umstrittenen Kandidaten. Zum anderen sind sie seine wichtigsten Berater. Hinter den Kulissen ist Ivankas Mann Jared Kushner wohl eine der einflussreichsten Figuren. Außenpolitische Reden des Kandidaten sollen seine Handschrift tragen, zudem steht er im Zentrum von Gerüchten über den Aufbau eines Trump-Medienunternehmens nach der Wahl.


US-Präsident Trump: Trumps Lautsprecher

Wenn immer es darum geht, Trump zu verteidigen, gehen sie in den Angriffsmodus über: Newt Gingrich, Chris Christie und Rudy Giuliani geben Interviews in Dauerschleife, wenn sich der 70-Jährige mal wieder einen Ausrutscher geleistet hat. Manchmal nimmt das groteske Züge an. So etwa als der einstige Sprecher des Repräsentantenhauses Gingrich der Moderatorin Megyn Kelly in einem Interview vorwarf, den Anschuldigungen mehrerer Frauen gegen Trump zu viel Raum in der Berichterstattung zu geben. Sie sei fasziniert von Sex, sagte Gingrich zu Kelly.
Alle drei Männer warten mit politischen Karrieren auf, waren einst selbst Teil des Establishments der Republikaner. Aber ihre besten Zeiten sind längst vorbei. Christie ist zwar noch Gouverneur von New Jersey, steht aber wegen eines Brücken-Skandals in der Kritik. Alle drei setzten auf Trump, wohl im Streben, Teil von etwas Großem zu sein, möglicherweise in der Hoffnung auf ein Amt, sollte er Präsident werden.


US-Präsident Trump: seine Botschafter

Trumps Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway ist Wortakrobatin und Ausputzerin. Sie verdreht Journalisten die Worte im Mund oder antwortet einfach nicht auf Fragen. Dabei trägt sie immer ein Lächeln im Gesicht. Natürlich werde Trump die Wahl anerkennen, schließlich werde er ja gewinnen, erklärte sie etwa nach der dritten Fernsehdebatte, als dieser sich geweigert hatte, das Ergebnis - wie eigentlich üblich - von vornherein mitzutragen.
Corey Lewandowski hat Trump als Kandidaten mit aufgebaut - getreu nach seinem Motto: "Lasst Trump Trump sein!". Als die Umfragewerte im Sommer immer schlechter wurden, musste der Wahlkampfchef gehen. Wenige Tage später fing er als Kommentator bei CNN an, seitdem verbreitet er dort die Botschaften des Kandidaten. Seine Argumente sind stets auf einer Linie mit Trump.


US-Präsident Trump: seine Medien


Mehrere Zeitungen haben mit ihrer Tradition gebrochen, indem sie dem republikanischen Kandidaten die Unterstützung verweigern. Publikationen am rechten Rand wie die Seite "Drudge Report" feiern Trump dagegen. Die Beziehung beruht auf Gegenseitigkeit: Der Unternehmer adelt ihre Verschwörungstheorien und halbgaren Geschichten, wenn er sie vor großem Publikum zitiert.

Die Nachrichtenseite "Breitbart News" operiert im ultrarechten Fahrwasser, hetzt seit Jahren gegen die Clintons und das Establishment der Republikaner. Sie stellte sich früh hinter Trump, seitdem stiegen die Nutzerzahlen Monat für Monat. Stephen K. "Steve" Bannon, Chef der Website, wurde im August Leiter von Trumps Stab.
Das Boulevardmagazin "National Enquirer" liegt in Supermärkten an jeder Kasse aus, manche Schlagzeilen und Berichte sind frei erfunden - so etwa über eine Drogensucht von Jeb Buch oder der Titel, Clinton habe nur noch wenige Monate zu leben. Die Postille erklärte im März ihre Unterstützung für Trump. Er schrieb im Vorwahlkampf sogar einen Gastbeitrag.