Kirch hatte von der Bank mehr als zwei Milliarden Euro gefordert, weil Breuer 2002 durch Interview-Äußerungen den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe verursacht haben soll. Das Oberlandesgericht urteilte nun, dass die Forderung des Medienunternehmers gerechtfertigt sei. Zwei Gutachter sollen nun zur Höhe des Schadenersatzes befragt werden. (AZ: 5U 2472/09)

In dem vom Landgericht entschiedenen Verfahren ging es um die Beteiligung der damaligen Kirch Media am TV-Konzern ProSiebenSat.1, die der inzwischen verstorbene Medienunternehmer Kirch wegen der Insolvenz veräußern musste. Später sei der Wert der Beteiligung gestiegen, argumentierte Kirch. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass die Deutsche Bank Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird.

Breuer hatte in einem Interview mit dem Wirtschaftssender Bloomberg TV am 4. Februar 2002 über die Kirch-Gruppe gesagt: "Was man alles darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." In diesen Äußerungen hatte Kirch eine wichtige Ursache für die spätere Insolvenz gesehen. Die Deutsche Bank war zu diesem Zeitpunkt Kreditgeber der Kirch Print Beteiligungs GmbH.

Kirch hatte mehrere Prozesse gegen die Deutsche Bank geführt, der Bundesgerichtshof hatte 2006 geurteilt, das Kirch für die Kirch Beteiligungs GmbH Schadensersatzansprüche geltend machen könne. Kirch führte daraufhin zwei Prozesse gegen die Deutsche Bank. In einem zweiten Prozess forderte er 1,3 Milliarden Euro. Diese Klage wurde 2011 vom Landgericht München ebenfalls abgewiesen.

Die Deutsche Bank hat eine außergerichtliche Einigung mit den Kirch-Erben abgelehnt. Die beiden Parteien wurden aufgefordert, bis zum 31. Januar 2013 Vorschläge für die Auswahl der zwei Gutachter zu unterbreiten. dpa