So wurde Europas größtes Nagetier in Brandenburg bereits in 41 Prozent der Reviere beobachtet, teilte ein DJV-Sprecher in Berlin mit. Noch 2006 seien es dort nur 14 Prozent der Reviere gewesen - die Zahl habe sich bis 2015 fast verdreifacht.

Biber sind derzeit streng geschützt und unterliegen nicht dem Jagdrecht. Künftig müsse es möglich sein, flexibler auf positive Bestandsentwicklungen zu reagieren und den Schutzstatus zu senken, forderte der DJV. "Sonst ist die Akzeptanz für den Artenschutz in der Bevölkerung der ländlichen Räume in Gefahr", sagte DJV-Vizepräsident Volker Böhning. "Wenn in Regionen wie Brandenburg der Biber regelmäßig Deiche unterhöhlt und Flutgräben staut, gibt es dort kaum noch Verständnis für den strengen Schutz."

Die Umweltminister hätten vergangene Woche den Bibern einen sogenannten günstigen Erhaltungszustand bescheinigt, so DJV-Sprecher Torsten Reinwald. "Die Population kann sich damit aus eigener Kraft erhalten", erklärte er. Bundesweit soll es mindestens 30.000 geben, rund 20.000 allein in Bayern. Dort richten sie hohe Schäden an, fällen Bäume, untergraben Böschungen und setzen Felder unter Wasser. Ein niedrigerer Schutzstatus könnte langfristig eine Bejagung des Bibers erleichtern.