Der US-Student Otto Warmbier, der vor wenigen Tagen aus einer 17 Monate dauernden Haft in Nordkorea zurückgekehrt war, ist tot. Das teilte seine Familie am Montag in einem Statement mit, das mehreren US-Medien vorliegt.

Der aus Nordkorea freigelassene US-Student Otto Warmbier (22) hat während seiner Haft in dem kommunistischen Land eine "ernste neurologische Verletzung" erlitten. Das sagte sein Vater Fred Warmbier am Donnerstag in Cincinnati (Ohio). Er war im Wachkoma liegend in die USA zurückgebracht worden. Er konnte zwar die Augen öffnen und blinzeln, es gab aber keine Anzeichen, dass er auf Sprache oder Aufforderungen reagieren konnte.

Warmbier war im Januar 2016 in Nordkorea festgenommen und im März zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Davon verbrachte er 17 Monate in Nordkorea, ehe er am 13. Juni im Koma liegend in die USA zurückgebracht wurde. Vorausgegangen waren intensive diplomatische Bemühungen von US-Außenminister Rex Tillerson und dem schwedischen Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt.

Ihm wurden Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vorgeworfen. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen. Die Familie hält das für vorgeschoben.

Die Eltern hätten vor einer Woche erfahren, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma liegt. Die Begründung der nordkoreanischen Seite, er sei an Botulismus erkrankt und nach Einnahme einer Schlaftablette nicht mehr aufgewacht, hält der Vater für nicht glaubwürdig. "Daran glauben wir nicht", sagte er.

Sein Sohn habe unter einem "brutalen, terroristischen Regime" gelitten, sagte Fred Warmbier. "Keine andere Familie sollte das erleiden, was den Warmbiers zustieß", betonte er weiter.