Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem französischen Präsidenten François Hollande noch weitergehende Hilfe im Anti-Terror-Kampf in Aussicht gestellt. "Wenn der französische Präsident mich bittet, darüber nachzudenken, was wir mehr tun können, dann ist das Aufgabe für uns, darüber nachzudenken", sagte Merkel am Mittwochabend bei einem Treffen mit Hollande in Paris. "Wir werden hier sehr schnell reagieren." Ohne auf Details einzugehen, sagte Merkel: "Der Islamische Staat muss mit militärischen Mitteln bekämpft werden."

Hollande setzt am Donnerstag seine Bemühungen um eine internationale Koalition im Kampf gegen den Terrorismus mit einem Besuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau fort. Am Dienstag hatte er sich in Washington mit US-Präsident Barack Obama beraten.


Hollande begrüßt deutsche Pläne

Um die französischen Streitkräfte im Anti-Terror-Kampf zu entlasten, sollen nach einer Ankündigung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) künftig bis zu 650 Bundeswehrsoldaten im westafrikanischen Mali stationiert werden. Zudem soll die Zahl der deutschen Soldaten, die im Nordirak kurdische Peschmerga-Kämpfer ausbilden, von 100 auf 150 erhöht werden. Hollande begrüßte die deutschen Pläne. Zugleich sagte er: "Falls Deutschland weiter gehen könnte, wäre das ein sehr gutes Signal."

In Berlin wird derzeit auch über einen möglichen Einsatz deutscher Tornado-Aufklärungsflugzeuge über Syrien und dem Irak spekuliert. Es wäre die erste Beteiligung der Bundeswehr an einem offensiven Kampfeinsatz seit Afghanistan und eine Abkehr von der bisherigen Linie der Bundesregierung.


Kiesewetter: Ohne Mandat sehr schwierig

Nach Ansicht des Außen- und Verteidigungsexperten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Roderich Kiesewetter, sollten deutsche Tornados aber nur mit einem entsprechenden UN-Mandat an einem Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt werden. "Ohne ein Mandat der Vereinten Nationen wär das sicherlich sehr schwierig. Also ich glaube, da legt der Bundestag auch großen Wert darauf", sagte er am Mittwoch dem Radiosender ffn.

Aufklärungs-Tornados könnten IS-Stellungen erfassen und Tornados mit einer speziellen Ausrüstung zur Funkstörung die Luftabwehrstellungen des IS bekämpfen oder "sogar direkt mit Raketen diese Luftabwehrstellungen zerstören", sagte Kiesewetter.