Abaaoud visierte dabei das Pariser Geschäftsviertel La Défense an. In einem Einkaufszentrum und einem Polizei-Kommissariat wollten sich Abaaoud und ein Komplize in die Luft sprengen und möglichst viele Menschen mit sich in den Tod reißen.

Was der Pariser Staatsanwalt François Molins am Dienstagabend über die jüngsten Erkenntnisse der laufenden Ermittlungen bekanntgab, lässt erschauern. Demnach wurde das geplante Attentat durch die Anti-Terror-Operation am 18. November in einer Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis vereitelt, bei der Abaaoud, seine Cousine Hasna Aitboulahcen sowie ein weiterer Komplize starben, der noch nicht identifiziert ist.


Bestens informiert

Aitboulahcen, die sich anders als zunächst berichtet, nicht selbst in die Luft sprengte, war Molins zufolge "perfekt auf dem Laufenden über die Beteiligung ihres Cousins an den Attentaten" und hatte die Wohnung als Versteck organisiert. Zwei Sprenggürtel fand die Polizei dort.

Die Behörden hatte nicht nur überrascht, dass der als gefährlicher Islamist bekannte Abaaoud nach den Anschlägen ausgerechnet in unmittelbarer Nähe des Stade de France in Saint-Denis untergekommen war. Auch gehörte der 28-Jährige nicht nur einem der Mordkommandos an, der in der Terror-Nacht Menschen in Bars und Restaurants niederschoss, sondern er begab sich noch zum "Bataclan", um sich wohl das dort herrschende Chaos anzusehen. Er muss zu einem Zeitpunkt aufgetaucht sein, als noch eine Schießerei mit Geiselnahme im Gange war, auf die eine Polizei-Intervention folgte.