Viele Bundesstaaten hatten sich dem Vorschlag Connecticuts angeschlossen und auch um eine Schweigeminute um 9.30 Uhr gebeten - der Zeit, in der die ersten Kinder getötet wurden. Der Streit um schärfere Waffengesetze ging unterdessen weiter. Der große Bundesstaat Ohio lockerte unterdessen seine Vorschriften zum Tragen von Schusswaffen.

Am Freitag der vergangenen Woche hatte ein 20-Jähriger zunächst seine Mutter erschossen, bevor er in die Grundschule des Städtchens eindrang. Hier tötete er sechs Frauen und 20 Kinder. Als die Polizei anrückte, erschoss sich der Mann.

An der Schweigeminute beteiligte sich nach Angaben des Weißen Hauses auch Barack Obama. Der Präsident hatte am Sonntag die Familien der Opfer besucht und ihnen Trost zugesprochen. In einer Rede auf einer Trauerfeier danach hatte er Aktionen angekündigt, um solche Tragödien künftig auszuschließen.


Winnenden wird wieder präsent

Ebenfalls unter dem Eindruck des Schulmassakers in Newtown ist am Freitag der zweite Prozess um den Amoklauf von Winnenden fortgesetzt worden. "Ich mag mir gar nicht vorstellen, was diese Bilder bei Ihnen ausgelöst haben", sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Polachowski des Landgerichts Stuttgart mit Blick auf die Hinterbliebenen. "Ich spreche sicher im Namen aller, wenn ich sage, dass niemand anderes es so gut nachvollziehen kann, was in den Angehörigen in den USA vorgeht, wie die Angehörigen hier im Saal."

Im März 2009 hatte Tim K. in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. "Nach den Ereignissen in den USA und der Bilderflut, die auf uns eingeströmt ist, hätte ich den (Verhandlungs-)Tag heute gern gestrichen", sagte Polachowski. "Aber wir müssen in den Prozessalltag wieder eintauchen." Vor dem Gericht wird derzeit das Verfahren gegen den Vater von Tim K. wieder aufgerollt. Ein erstes Urteil hatte der Bundesgerichtshof kassiert, weil die Verteidigung keine Gelegenheit gehabt habe, eine wichtige Zeugin zu befragen. dpa