Wo liegt die Grenze zwischen einem Amoklauf und einem Terroranschlag? Bei der Axt-Attacke von Würzburg war das noch unklar. Innenminister Thomas de Maizière ordnete sie "im Grenzgebiet zwischen Amoklauf und Terror" ein.

Bei der Bluttat in München gibt es dagegen keinen Zweifel: Es handelt sich um einen Amoklauf, weil es den Ermittlern zufolge keinen politischen Hintergrund gibt. Bei der Bombenexplosion in Ansbach spricht Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dagegen direkt von einem Anschlag der Terrormiliz Islamischen Staats.

Doch wo liegen hier der Grenzen und was macht den Unterschied aus? Hier die Definitionen:

Amoklauf In Asien nannte man sie "amucos"-Krieger, die den Feind ohne Angst vor dem Tod angreifen und vernichten. Heute beschreibt der Begriff blindwütige Aggressionen — mit und ohne Todesopfer. Die meisten Amokläufer sind männlich und eigentlich unauffällig, in vielen Fällen ledig oder geschieden. Neben psychisch kranken Tätern gibt es auch Amokläufer, die aus banalen Gründen plötzlich ausrasten. Angst, Demütigung oder Eifersucht haben sich oft lange aufgestaut, bevor es zur Katastrophe kommt. "Amok" kommt aus dem Malaiischen und bedeutet "wütend" oder "rasend".

Doch viele Sozialwissenschaftler finden die oben genannte Definition unzureichend. Es gilt heute auch als wissenschaftlich abgesichert, dass viele der Taten nicht impulsiv stattfinden, sondern oft sogar über Jahre hinweg detailliert vom Täter geplant wurden. Das würde dann wiederum auf den Amoklauf in München passen. Der 18-Jährige plante seine Tat schließlich ein ganzes Jahr - von impulsiv kann dabei nicht die Rede sein.

Weitere Bilder vom Amoklauf in München

Seit 2010 gibt es daher eine Neudefinition, die auch länger geplante Taten als Amoklauf mit einbezieht.

Terrorismus ist politisch motivierte, systematisch geplante Gewalt, die sich gegen den gesellschaftlichen Status quo richtet und auf politische, religiöse oder ideologische Veränderung ausgerichtet ist. Dass Terroristen töten und zerstören, ist nur Mittel zum Zweck. Sie wollen vor allem Angst, Schrecken und Verunsicherung in die Gesellschaft tragen. Terrorakte sind unvorhersehbar und nicht zu kontrollieren. Oft richten sie sich gegen die Zivilbevölkerung oder symbolträchtige Ziele. Der Begriff geht auf das lateinische Wort "terrere" zurück, was "erschrecken" oder "einschüchtern" bedeutet.

Bei der Axt-Attacke in dem Regionalzug bei Würzburg herrschte anfangs Verwirrung, worum es sich handelt. Amoklauf oder Terror? Doch schnell bekannten sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu dem Angriff.





Attacke bei Würzburg: Bilder vom Tatort


Bei dem Bombenanschlag in Ansbach spricht Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sofort von einem islamistischen Hintergrund. Wenn das so wäre, würde es sich dabei um Terrorismus handeln. Doch noch ist nichts in diese Richtung bestätigt. Es bleibt bei Spekulationen.

Weitere Bilder vom Bombenanschlag in Ansbach



Sonderlage Sie ermöglichte es der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst, während des Amoklaufs im gesamten Stadtgebiet München das Katwarn-System für Smartphones zu aktivieren. Vor allem für Einsätze, bei denen aufgrund ihres Ausmaßes kein Katastrophenfall festgestellt wird, kommt die "Sonderlage" zur Anwendung.