Es kann der Rücken sein oder der Kopf, Nerven oder Tumore: Auslöser für Beschwerden, die Betroffene vorübergehend oder dauerhaft in ihrem Leben einschränken. Etwa 13 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Schmerzen, aber viele - vor allem chronische - Schmerzpatienten sind unterversorgt. Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat deshalb den 4. Juni als bundesweiten "Aktionstag gegen den Schmerz" ausgerufen. Ihn nimmt unsere Zeitung zum Anlass für eine Telefonaktion.
Zwei Chefärzte stehen dafür am Dienstag am Telefon in unserer Zentralredaktion zur Verfügung: Christoph Sommer (Bezirksklinikum Obermain Ebensfeld) und Matthias Keidel (Bezirkskrankenhaus Bayreuth) beantworten von 16.30 bis 18 Uhr alle Fragen unserer Leser zum Thema Schmerz.

Unterschiedliche Schmerzarten

Dass es nicht nur ein elementares, sondern auch ein problematisches Thema ist, wissen Sommer und Keidel aus ihrer täglichen Praxis. "Mit acht bis 16 Millionen Betroffenen in Deutschland ist Schmerz eine Volkskrankheit wie Diabetes und Bluthochdruck", sagen die Experten. Zu den chronischen Schmerzerkrankungen gehören die unterschiedlichsten Schmerzarten: Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, aber auch Tumorschmerzen. Jedoch seien noch immer viele Schmerzpatienten in Deutschland unterversorgt - insbesondere in der Behandlung von chronischen Schmerzen. Statistiken zeigten, dass die Hälfte aller Schmerzpatienten unzureichend behandelt werde und damit unnötig leide.

Der bundesweite "Aktionstag gegen den Schmerz" wird heuer zum zweiten Mal von der Deutschen Schmerzgesellschaft initiiert. Sie und neun weitere Organisationen wollen sich nach eigenem Bekunden stark machen für die Anliegen von Schmerzpatienten und deren Angehörigen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Situation für Schmerzpatienten in Deutschland zu verbessern. Denn: "Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Schmerzlinderung", sind sich die Experten einig.

Der Aktionstag soll unter dem Motto "Bewusstsein schaffen" einen Beitrag zur Verbesserung der Schmerzversorgung leisten. Bundesweit geben am 4. Juni schmerztherapeutische Einrichtungen Einblicke in die verschiedenen Methoden der Schmerzbehandlung. Auch Kliniken aus unserer Region sind dabei, untern anderem in Coburg, Ebensfeld, Bayreuth, Fürth, Herzogenaurach, Schweinfurt und Würzburg. Die Teilnehmerliste wird ständig aktualisiert und ist unter www.dgss.org/nationaler-aktionsplan/aktionstag-gegen-den-schmerz einsehbar. Dort gibt es auch weitere Infos über eine neue Patientenbroschüre, die die Deutsche Schmerzgesellschaft zum Aktionstag herausgibt, sowie zu einer Experten-Hotline. Die Hotline unserer Zeitung mit den Chefärzten Sommer und Keidel ist am 4. Juni, von 16.30 bis 18 Uhr geschaltet. Die Anrufe sind kostenlos.

Das sind unsere Experten:

Christoph Sommer
ist Leiter des Interdisziplinären Schmerzzentrums am Bezirksklinikum Obermain. Seine Beratungsschwerpunkte sind alle Arten von chronischen Schmerzen, Nervenschmerzen und die Therapie mit Elektrostimulation. Sommer ist bei unserer Telefonaktion unter 0951/188-381 zu erreichen.

Prof. Matthias Keidel ist Chefarzt der Neurologie im Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Seine Beratungsschwerpunkte sind Gesichts-, Kopf-, Nacken-, Rücken-, Nerven- und Muskelschmerzen sowie die multimodale Schmerztherapie. Keidel steht am 4. Juni unter 0951/188-383 Rede und Antwort.


Daten und Fakten

43 Prozent

der Patienten mit chronischen Schmerzen mussten laut Deutscher Schmerzgesellschaft über ein Jahr auf eine Diagnose warten. 19 Prozent sind der Meinung, dass ihre Schmerzen nicht angemessen behandelt werden.

8 bis 16 Millionen
Menschen mit chronischen Schmerzen gibt es in Deutschland nach Schätzungen der Deutschen Schmerzgesellschaft. Die häufigste Ursache sind Rückenschmerzen mit einem Anteil von zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung.

20 bis 28 Milliarden Euro
betragen jährlich die Gesundheitsausgaben für die Therapie chronischer Schmerzen.