In früheren Zeiten wurde ausschließlich in regionalen Apotheken eingekauft. Meist ging es direkt von der Arztpraxis zur Apotheke, um dort Rezepte einzulösen und Arznei zu kaufen. Doch inzwischen gibt es zunehmend mehr Patienten, die sich von der Arztpraxis direkt nach Hause begeben, um ihre Medikamente online zu bestellen. Der Einkauf von Medikamenten im Internet hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Seiter konnten die Internet-Apotheken den regionalen Anbietern stattliche Markanteile abnehmen, einige Apotheker gestehen sogar, dass sie die Konkurrenz aus dem Web als ernsthafte Bedrohung sehen.

Es sind vorrangig zwei Gründe, die Patienten dazu bringen, ihre Arznei online zu kaufen. Beim ersten Grund handelt es sich schlichtweg um den Preisvorteil. Die Mehrheit der Internet-Apotheken greift bewusst über den Preis an. Die Kunden sind sich dieses Preisvorteils wiederum bewusst. Allerdings geht es nicht unbedingt darum, beim Hustensaft ein paar Cent zu sparen oder Nasentropfen ein wenig günstiger zu kaufen. Kunden der Online-Apotheken bestellen vor allem kostspielige Arznei.

Als kostspielig gilt zum Beispiel die Behandlung etlicher chronischer Erkrankungen. Die Patienten müssen sehr teure Medikamente kaufen und diese fortlaufend bzw. ihr ganzes Leben lang einnehmen. Je nach Erkrankung können sich die Medikamentenkosten auf mehrere hundert oder gar tausend Euro im Jahr belaufen. Durch den Einkauf im Web erzielen diese Patienten eine Ersparnis, die sich in der Haushaltskasse deutlich bemerkbar macht. Ist ein Rezept verschreibungspflichtig, so ist dies trotzdem kein Problem. Für eine Onlinebestellung muss ein Rezept lediglich eingesendet werden, etliche Internet-Apotheken tragen sogar die hiermit verbundenen Versandkosten. Doch auch bei vergleichsweise simpler Arznei locken zum Teil große Rabatte. Beim Kauf von Produkten wie Augentropfen oder Hautcremes lässt sich meist ebenfalls eine schöne Ersparnis erzielen.

Der zweite Grund, der Patienten zum Onlinekauf motiviert, ist der gebotene Komfort. Für so manchen Patienten ist es schlichtweg praktischer, über das Internet zu bestellen. Auf diesem Weg ist es möglich, sich den Weg zur Apotheke und somit auch Zeit zu sparen. Außerdem begeben sich einige Menschen nur ungern in Apotheken, weil sie Angst davor haben, es könnten sich dort kranke Personen aufhalten, bei denen sie sich anstecken. Abgesehen davon kommt beim Onlinekauf kein Schamgefühl auf, sollte man Medikamente kaufen wollen, die beispielsweise im Intimbereich Anwendung finden.

Trotz der genannten Vorzüge wird immer noch häufig in den örtlichen Apotheken eingekauft. Auch hier gibt es zwei wesentliche Gründe, die sich für den regionalen Einkauf verantwortlich zeigen. Da wäre zunächst die Tatsache, dass sich Medikamente im Bedarfsfall sehr schnell beschaffen lassen. Wer beispielsweise mit einer schweren Grippe zu kämpfen hat, möchte nicht mindestens einen Tag lang warten, bis die bestellte Arznei geliefert wird. Kauft man vor Ort ein, stehen die benötigten Medikamente fast immer sofort zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Apotheken-Notdienst: Wer Arznei außerhalb der üblichen Geschäftszeiten kaufen muss, hat nur diese Möglichkeit. In jeder Region hat immer mindestens eine Apotheke geöffnet.

Apotheken-Notdienste bieten darüber hinaus die Möglichkeit, auch nach den Öffnungszeiten noch beraten zu werden und die Medikamente direkt mitzunehmen. Man muss nicht zwingend einen Arzt besucht haben, um die richtigen Medikamente zu kaufen. Apotheker kennen sich mit den einzelnen Medikamenten häufig besser als die Ärzte aus und können somit gute Empfehlungen aussprechen. Solange ein Medikament nicht verschreibungspflichtig ist, stellt der Kauf ohne vorherigen Arztbesuch überhaupt kein Problem dar. Doch wird solch eine Beratung benötigt, gilt es vor Ort einzukaufen. Internet-Apotheken sind auf einen schnellen und günstigen Verkauf ausgelegt. Eine Beratungsnot wird dort nur selten angeboten und meist ist diese sehr eingeschränkt.