Drei von vier Bayern wünschen sich, als Pflegefall von Angehörigen zu Hause gepflegt zu werden. Nur wenige wollen einen Platz im Heim. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit.
Mehr als jeder Dritte weiß nicht, wie seine Familienmitglieder im Fall der Fälle betreut werden wollen - weil es entweder bisher keinen Anlass gab, darüber zu sprechen oder weil das Thema Angst macht. Der Großteil derjenigen, die die Wünsche ihrer Angehörigen kennen, erklärte, dass diese im Falle der Pflegebedürftigkeit zu Hause gepflegt werden wollen.
Dass ihre Familienmitglieder ins Pflegeheim oder in eine Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige wollen, gaben nur wenige an.
Allerdings wissen 39 Prozent der Befragten nicht, was ihre engsten Angehörigen im Falle von Pflegebedürftigkeit wollen. Besonders bei den unter 30-Jährigen herrscht Unwissen darüber. Untersucht wurde auch, warum viele Menschen das Thema innerhalb der Familie noch nicht angesprochen haben. Für die Mehrheit gab es bisher keinen Anlass dazu. Für mehr als jeden Dritten ist das Thema jedoch tabu, weil es Unwohlsein bereitet oder keiner in der Familie darüber sprechen möchte.
"Ein Pflegefall kann in jedem Alter eintreten und kommt häufig überraschend", sagt Gottfried Prehofer, Landeschef der DAK-Gesundheit Bayern. "Umso wichtiger ist es, vorausschauend über das Thema Pflege zu sprechen." In Bayern würde mehr als jeder Vierte seine engsten Angehörigen selbst zu Hause pflegen.
Jeder Siebte würde einen Platz im Pflegeheim organisieren und fast die Hälfte eine andere Lösung suchen - beispielsweise eine Pflegekraft ins Haus holen. Für die Mehrheit derjenigen, die enge Angehörige nicht zu Hause pflegen würden, scheitert es an der beruflichen Situation sowie an der privaten Situation. Für jeden Vierten käme dies grundsätzlich nicht in Frage.