Für die Eltern von Erstklässlern bedeutet der Schulanfang Hektik. Es gibt viel zu erledigen und die Spannung vor dem ersten Schultag steigt spürbar. Bei allen Aufgaben sollte nicht versäumt werden, sich Zeit für den Schulweg zu nehmen. Das hilft dem Kind und gibt den Eltern das gute Gefühl, alles Wesentliche für die Bewältigung dieser Hürde unternommen zu haben.
Für Erstklässler ist der Weg zur Schule mit Gefahren verbunden. Sie kennen die Verkehrsregeln noch nicht so gut und lassen sich leicht ablenken. Im Straßenverkehr bewegen sich Kinder noch unsicher und beim Überqueren der Straße können sie Entfernungen und Geschwindigkeiten eines Fahrzeugs nicht richtig einschätzen. Die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) empfiehlt, dass Mutter oder Vater zeitig vor Schulanfang den Schulweg gemeinsam mit ihrem Kind erforschen. Dabei kann der Begleiter riskante Stellen aufzeigen und erklären, wie man sich am besten verhält. Das Kind findet sicher Spaß daran, einmal die Rollen zu tauschen. Es erklärt dann dem Begleiter, wo man besonders aufpassen muss.
Die Eltern sollten bedenken, dass der kürzeste Schulweg nicht immer der sicherste ist. Gewählt werden sollte der Weg mit möglichst wenigen Kreuzungen und schlecht einsehbaren Ausfahrten. Zu beachten ist auch die Kleidung.
Auffällig gekleidete Kinder sind von Autofahrern besser zu erkennen. Außerdem empfiehlt es sich, am Morgen des ersten Schultags etwas früher aufzustehen, um nicht in Hektik zu verfallen. Ralf Schmitz, Experte in Sachen Gewaltprävention an Grundschulen und Autor des Buches "Ratgeber zur Schulwegsicherheit" rät, Kinder so früh wie möglich alleine zur Schule zu schicken. Das stärke das Selbstbewusstsein und die Selbständigkeit.
In der Regel sind Kinder bis zum achten oder neunten Lebensjahr überfordert, wenn sie mit dem Rad zur Schule fahren müssen. Für den Fall, dass sich das nicht vermeiden lässt, rät die GTÜ, die Strecke lange vorher intensiv einzuüben.
Eltern, die alle Gefahren ausschließen wollen, neigen dazu, ihr Kind selbst mit dem Auto zur Schule zu bringen. "Kinder kann man nicht wegschließen", erklärt dazu Schmitz. Übergriffe fänden nicht ausschließlich auf dem Schulweg statt, sondern auch beim Weg zum Nachmittagstraining im Reitclub, Fußballverein oder Schwimmsport. Viel effektiver sei es, Kinder über potenzielle Gefahren aufzuklären und aufzuzeigen, wie man sich am besten verhält.
Wer Fahrgemeinschaften bildet, muss dafür sorgen, dass für jedes Kind ein entsprechender Kindersitz vorhanden ist. Kinder müssen auch für Kurzstrecken richtig gesichert sein. geb