Ein herbes Pils, ein würziges Rauchbier oder ein fruchtiges Weizen. Ob im Supermarkt, im Wirtshaus oder in der Kneipe, wer sich für ein Bier entscheiden muss, hat angesichts des breiten Angebots in Franken die Qual der Wahl. Gemäß dem deutschen Reinheitsgebot beschränken sich die Zutaten zum Brauen von Bier auf Wasser, Malz, Hefe und Hopfen. Verschiedene Braustile ermöglichen dennoch die Herstellung einer Vielzahl unterschiedlicher Biersorten.

Die wichtigsten Unterschiede

Neben dem Geschmack und der Farbe unterscheiden sich die Biere in erster Linie im Alkoholgehalt, der Stammwürze und der Brauart. Der Alkoholgehalt variiert je nach Biersorte und liegt bei den gängigen Bieren bei ca. 5%. Starkbiere, sog. Bockbiere können 7 und mehr Prozent Alkoholgehalt aufweisen. Einige ausgefallene handwerklich gebraute Biere erreichen sogar einen Alkoholgehalt von 10 bis 15%.

Die Stammwürze ist die Messgröße beim Bierbrauprozess, die den Anteil der vor der Gärung gelösten Inhaltsstoffe aus Malz und Hopfen bezeichnet. Je höher die Würze, desto stärker das Bier. Die Brauart eines Bieres ist entweder untergärig oder obergärig. Bei obergärigen Bieren wie z.B. Weißbier, Kölsch oder Alt wird obergärige Hefe verwendet, die bei der Vermehrung Sprossverbände bildet, sodass die Hefezellen verbunden bleiben. Diese werden beim Brauprozess durch die aufsteigende Kohlensäure nach oben getrieben. Untergärige Hefe verbindet sich nicht und sinkt deshalb nach unten ab, wodurch ein untergäriges Bier (z.B. Pils, Lager, Rauchbier) entsteht.

Pils

Laut dem deutschen Brauer-Bund ist das Pils die beliebteste Biersorte Deutschlands. Rund zwei Drittel der in Deutschland gebrauten Biere wird heutzutage nach der Pilsener Brauart gebraut. Pils weist eine Stammwürze von rund 11% und einen Alkoholgehalt von 4,8% auf. Das hell-goldfarbene untergärige Bier besticht durch seinen stark gehopften, herben Geschmack und spürbare Bitternoten. Süddeutsche Pilssorten haben eine leichte Malzbetonung und sind deutlich weniger bitter als ihre norddeutschen Kollegen.

Helles Lager

Das helle Lagerbier gilt vor allem in Süddeutschland fast schon als Grundnahrungsmittel. Die Stammwürze bewegt sich beim hellen Lager zwischen 11% und 14% und auch der Alkoholgehalt variiert je nach Sorte zwischen 4,6% und 5,6%. Das hell-goldgelbe, untergärige Bier ist weniger stark gehopft, wodurch es seinen malzigen, weichen und leicht süßlichen Geschmack bekommt. Die Export Version des hellen Lagers wurde für weite Transporte stärker eingebraut und ist deshalb in der Regel stärker gehopft als das helle Lager.

Dunkles Lager

In Franken erfreut sich das dunkle Lager großer Beliebtheit und auch deutschlandweit konnte es seinen Marktanteil in den vergangenen Jahren wieder steigern. Ähnlich wie sein heller Bruder ist auch das dunkle Lager ein untergäriges Bier mit einer Stammwürze zwischen 11% und 14%. Wie auch das Helle ist es zwischen 4,6% und 5,6% stark. Seine markante dunkle Färbung erhält es durch die Verwendung von dunklen Malzen Münchner Typs. Dunkles Lagerbier hat ein malziges Aroma und einen runden, leicht süßlichen vollmundigen Geschmack. Je nach Sorte sind feine Kaffee- oder Schokonoten wahrnehmbar.

Weizen

Nirgendwo anders ist das Weizenbier so verbreitet, wie in Bayern. Das obergärige Weizen, das auch oft als Weißbier bezeichnet wird, hat eine Stammwürze von 11% bis 14% und einen Alkoholgehalt von etwa 5,4%. Dank eines Weizenmalzanteils von mindestens 50% (der Rest ist Gerstenmalz) hat das Weizenbier einen fruchtig würzigen und erfrischenden Geschmack. Neben den klassischen naturtrüben, ungefilterten Hefeweizen in Hell und Dunkel bieten viele Brauereien auch klare oder Kristall-Weizen an. Besonders während der heißen Sommermonate sind leichte oder alkoholfreie Weizenbiere in Franken sehr beliebt.