Grenzenloser Jubel und bittere Enttäuschung: Der Start in die Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga hatte aus fränkischer Sicht beides zu bieten. Während der 1. FC Nürnberg gegen die Spitzenmannschaft SV Elversberg einen spektakulären Auftritt hinlegt, rutscht der Nachbar aus Fürth weiter in die Krise. Die SpVgg Greuther Fürth ist nach der Niederlage bei Mitabstiegskandidat Dynamo Dresden neues Tabellenschlusslicht im Fußball-Unterhaus. 

In einem mitreißenden Schlagabtausch hat der FCN am Samstagnachmittag ein Ausrufezeichen gegen die SV Elversberg gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose, der spät wegen Meckerns sogar auf die Tribüne geschickt wurde, belohnte sich beim furiosen 3:2 (0:1) für eine starke Leistung. Elversberg verpasste es, die Tabellenführung vom FC Schalke 04 zu übernehmen. Der 1. FC Nürnberg bleibt im gesicherten Mittelfeld.

FCN-Coach Klose meckert und fliegt mit Gelb-Rot vom Platz

Julian Justvan (56. Minute) und Matchwinner Piet Scobel gleich mit einem Doppelpack (71., 90.+3) waren für spielbestimmende Nürnberger erfolgreich. Tom Zimmerschied (39.) und Jarzinho Malanga (65.) brachten die schnörkellos auftretenden Elversberger zumindest ganz nah an den Auswärtssieg. Beide Treffer der Gäste vor 25.369 Zuschauern bereitete Lasse Günther dynamisch über die linke Seite vor.

In einer hektischen Schlussphase musste Klose mit Gelb-Rot (84.) vom Platz. Schlussmann Jan Reichert bewahrte den 1. FC Nürnberg mit einem gehaltenen Foulelfmeter von Otto Stange (85.) vor der möglichen Niederlage, ehe Startelfdebütant Scobel zuschlug.

Kloses Mannschaft hätte eigentlich mit einer Führung in die Halbzeit gehen müssen. Alleine Youngster Scobel, der für den erkrankten Adriano Grimaldi im Sturm auflief, ließ anfangs noch beste Chancen liegen. Dafür war der 20-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs immer anspielbar, rackerte und positionierte sich geschickt.

Reichert pariert Elfmeter, Scobel mit Doppelpack - Extase beim FCN nach wildem Sieg

Nürnbergs Justvan (19.) scheiterte wiederum mit einem linken Hammer an der Latte. Ein Ballverlust von Rafael Lubach sorgte für den Rückstand der tonangebenden Franken durch Zimmerschied, der mit seinem Treffer den Spielverlauf auf den Kopf stellte.

Nach dem Wechsel ließen Justvan und endlich Scobel, der nach einem Pfostenschuss von Lubach abstaubte, die Club-Fans jubeln. Nürnbergs Torwart Reichert (76.) bügelte einen eigenen Aussetzer gegen den einschussbereiten Malanga aus, ehe es in der Schlussphase noch einmal richtig wild wurde. Am Ende jubelte sogar der Club.

Ganz anders - und deutlich schlechter - lief der Fußball-Nachmittag aus Sicht der SpVgg Greuther Fürth. Im Kellerduell gegen Dynamo Dresden gewannen die Sachsen das direkte Aufeinandertreffen gegen Fürth mit 2:0 (1:0). Winterneuzugang Thomas Keller hatte Dynamo nach 35 Minuten in Führung gebracht. Jakob Lemmer erhöhte vor 30.811 Zuschauern mit einem strammen Distanzschuss kurz nach Wiederbeginn (49.).

SpVgg Greuther Fürth übernimmt rote Laterne in der 2. Fußball-Bundesliga

Beide Teams begannen abwartend. Bei Dresden merkte man, dass die vier in der Winterpause ausgeliehenen Neuen sich erst an das Dynamo-Spiel gewöhnen mussten. Fürth hatte durch Noel Futkeu (7.) die erste Chance, danach neutralisierten sich beide Teams im Mittelfeld. Tormöglichkeiten blieben so aus. Dynamo wurde nur bei Standards gefährlich und dann über den Mann, den Fürth offenbar nicht ausreichend auf der Rechnung hatte: Thomas Keller.

Der neue Dynamo-Abwehrchef gab nicht nur der Hintermannschaft sichtlich mehr Sicherheit, er war bei Eckbällen und Freistößen auch immer im gegnerischen Strafraum zu finden. Scheiterte er nach 25 Minuten noch am Rücken von Fürths Philipp Ziereis, traf er dann per Kopf nach der dritten Ecke. Kurz vor der Pause hatte er noch eine weitere Kopfballchance (44.), die aber Timo Schlieck im Tor vereitelte.

Nach dem Wechsel nahm Dresden den Fürther Angriffsbemühungen durch das 2:0 von Lemmer schnell den Wind aus den Segeln. Auch danach hielt man den Ball weit vom eigenen Strafraum entfernt. Erst nach rund einer Stunde schlichen sich Unkonzentriertheiten ein, der Deckungsverbund wirkte nicht mehr so sortiert. Nur einmal konnten die Gäste daraus etwas machen, doch Futkeu (86.) traf nur den Pfosten.