Grazilität eines kaputten Liegestuhls? Als ihm ein englisches Boulevardblatt diese bescheinigte, blieb der Neuzugang von Arsenal London locker. Er sei nicht sehr gut gewesen bei Real Madrid? Auch diese Einschätzung von Robbie Savage, walisisches Fußballer-Raubein vergangener Jahre, steckte "Merte" locker weg - spielte er doch, im Gegensatz zu "Metze" (Christoph Metzelder), gar nie bei den Königlichen in Spanien. Nein, Per Mertesacker ist seinen Weg unbeirrt weiter gegangen in den Abwehrreihen. Stets vergleichsweise langsam zwar, aber mit einer für britische Verhältnisse ungewöhnlich großen Portion Fairness, Spielverständnis und Gefühl für den Moment. So lange, bis ihn die Arsenal-Fans auf den Rängen liebevoll als "Big Fucking German" besangen.
Nun hat es der lange Niedersachse wieder geschafft, mit wenigen Worten zum Liebling der Massen zu werden. "Waswollnsejetztvonmir", "Karnevalstruppeoderwas" und "Eistonne" - fertig war das Kultinterview. Weiter so, Merte! Auf diese Weise bohrende Fragen zu umschiffen, wie sie kurz nach Abpfiff eigentlich auch nur deutsche Sportreporter stellen können, ist großes Kino. Und geradezu ein Lichtblick in der Masse der Feldinterviews, die geschlagen sind mit der Grazilität eines... na, Sie wissen schon!