Der Titelverteidiger ist standesgemäß in die neue Saison der Basketball-Bundesliga gestartet. Am 1. Spieltag landeten die Brose Baskets in eigener Halle einen 85:68 (47:34)-Sieg über die Eisbären Bremerhaven. Vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften Stechert-Arena machten die Bamberger am Sonntag deutlich, dass sie sich auf ihren Erfolgen der letzten Spielzeit nicht ausruhen und auch diesmal die Meisterschaft nur über sie führen wird. Das neuformierte Team der Oberfranken präsentierte sich schon eingespielt und als verschworene Einheit. Den umjubelten Erfolg trübte nur die neuerliche Verletzung von John Goldsberry. Der Aufbauspieler humpelte mit einer Knieverletzung bereits nach 13 Minuten vom Feld und konnte im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr eingesetzt werden.

Die Bamberger zeigten im ersten Viertel ein variables Spiel und punkteten sowohl unter dem Korb durch Bostjan Nachbar und Maik Zirbes als auch aus der Distanz. Vier Dreier schlugen bereits in den ersten zehn Minuten im Bremerhavener Korb ein. Die Gastgeber verteidigten äußerst aggressiv, doch einige Male konnten die Eisbären im letzten Moment noch den Kopf aus der Schlinge ziehen und kamen dadurch letztlich zu einfachen Punkten. Hätten sich die Hausherren zudem nicht fünf Ballverluste geleistet, wären sie mit einer größeren Führung als dem 26:19 ins zweite Viertel gegangen.


Mannschaftsdienliches Spiel


Hier bauten die Brose Baskets mit ihrem mannschaftsdienlichen Angriffsspiel den Vorsprung weiter aus. Nach 17 Minuten lag der dreifache Meister mit 42:26 in Front, ehe die Gäste nach einigen kleinlichen Foulpfiffen der Schiedsrichter gegen die Bamberger sowie einem unsportlichen Foul gegen Nachbar (sein insgesamt bereits drittes) den Angriffsschwung ihres Gegners etwas stoppen konnte. Dennoch lag das Team von Trainer Chris Fleming zur Pause aufgrund seiner überragenden Trefferquote von 70 Prozent (Bremerhaven 32 Prozent) klar vorne (47:34). Teddy Gipson glänzte bis dahin mit einer fehlerlosen Wurfquote: vier Versuche, vier Treffer (davon zwei Dreier). Zudem hatten die Bamberger bis zu diesem Zeitpunkt bereits elf Assists (Eisbären 7) auf ihrem Konto und waren auch in der Reboundstatistik (21:14) überlegen.

Im dritten Viertel ließen sich die Gastgeber durch die kleinliche Regelauslegung der Schiedsrichter noch einmal aus dem Rhythmus bringen. In den ersten sechs Minuten gelangen ihnen nur vier Punkte durch zwei Freiwürfe von Maik Zirbes sowie einem Korbleger von Anton Gavel. Die Gäste von der Nordsee kamen bis auf sechs Punkte heran (51:45), doch dann brachte Kapitän Casey Jacobsen sein Team mit vier Punkten in Folge zurück auf Kurs. Bis zum Ende des Viertels führte der Meister dann wieder zweistellig (65:53).

Die Norddeutschen gaben sich zwar nicht geschlagen, ab konnten dem dreifachen Doublegewinner in den letzten zehn Minuten nicht mehr gefährlich werden. Die individuell klar besser besetzte Bamberger Mannschaft ließ nichts mehr anbrennen und fand bei ihren Angriff immer wieder den freien Mann. Am Ende landeten die Franken einen klaren 85:68-Sieg, zu dem Bambergs Neuzugang Maik Zirbes 22 Punkte beisteuerte. Der Nachfolger von Tibor Pleiß auf der Centerposition war mit 22 Punkten nicht nur bester Werfer, sondern wurde auch zum wertvollsten Spieler der Partie gekürt.

Am kommenden Sonntag (16.35 Uhr/Sport1 live) wartet in Oldenburg aber eine Mannschaft auf den Meister, die aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist als die Bremerhavener. Die EWE Baskets setzten mit ihrem 80:61-Sieg beim FC Bayern München das Ausrufezeichen des ersten Spieltags.

Die Statistik


Brose Baskets: Zirbes (22 Punkte), Nachbar (17/3 Dreier), Gipson (14/2), Ford (11/2), Jacobsen (7/1), Tadda (6/2), Neumann (6), Gavel (2), Goldsberry
Eisbären Bremerhaven: Morrison (12), Burrell (11/1), Zwiener (11), Stommes (11/2), Burtschi (9/1), Harris (8), Waleszkowski (4), Raffington (2), Canty

Trainerstimmen


Chris Fleming (Brose Baskets): "Zuallererst möchte ich mich bei den Fans bedanken. Es war spürbar, dass der Sommer lang war und sie Basketball vermisst haben. Gegenüber dem Champions Cup gegen Ulm war eine bei uns eine Verbesserung, insbesondere in der Defensive, zu erkennen. Allerdings müssen wir die Ballverluste, die überwiegend Passfehler waren, reduzieren. Insgesamt bin ich aber mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Was John Goldsberrys Verletzung anbetrifft, kann ich noch nichts dazu sagen. Ich weiß nur, dass es nicht die alte Verletzung ist."
Doug Spradley (Eisbären Bremerhaven): "Es gibt nicht viel zu sagen. Bamberg war die klar bessere Mannschaft. Wir haben phasenweise mit zu viel Respekt und nicht aggressiv genug gespielt. Wir probieren immer noch, eine Identität zu finden, aber gegen eine so starke Mannschaft wie Bamberg ist das schwer."