Vom Zweitliga-Spektakel bei Fortuna Düsseldorfer nahm die SpVgg Greuther Fürth viel Positives mit. "Das ist genau das, was die Mannschaft kann und abliefern muss, um erfolgreich zu sein. Wir haben den Willen gezeigt, uns mit Händen und Füßen zu wehren", betonte Trainer Frank Kramer nach dem 3:3 (1:1) im Rheinland.

Beide Teams im Vorwärtsgang

"Es ging rauf und runter, mit vielen Torchancen. Beide Mannschaften waren immer im Vorwärtsgang. Wir sind heute zweimal zurückgekommen, was natürlich Klasse ist. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, nach dem 2:1 aber verpasst den Deckel drauf zu machen. Wir sind nach dem 2:3 nochmal aufgestanden und haben gefightet."

Fürth bleibt sechs Punkte hinter der Fortuna, bei der sich zumindest der Frust über die verpasste Tabellenführung in Grenzen hielt. "Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison ist die Tabelle nicht wichtig, es zählen nur Punkte. Positiv ist, dass wir weiter eine gute Ausgangsposition haben und oben dran sind", sagte Trainer Oliver Reck. Schon am kommenden Samstag (13.00 Uhr) will die Fortuna im Spiel beim abstiegsbedrohten VfR Aalen die nächste Chance nutzen, vom zweiten Tabellenplatz weiter nach oben zu klettern.

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Trotz zuletzt zwei Remis und einer Niederlage beim 1. FC Nürnberg bleibt Ingolstadt mit 27 Punkten vor der Fortuna (25). Gleich acht Mannschaften hinter den Düsseldorfern sind in der Schlagweite von sechs Zählern. Den Aufstieg haben die Rheinländer trotz der dicht gedrängten Konkurrenz weiter im Visier. "Drei Gegentore sind ein Tick zu viel, aber wir werden damit leben können müssen", sagte Sportdirektor Helmut Schulte.

Über solch ein Ziel redeten die Franken nicht. Doch der Punkt beim Spitzenteam kam vor der Mitgliederversammlung an diesem Mittwoch nicht ungelegen. "Ein Unentschieden in Düsseldorf ist nicht unbedingt ein Skandal. Das war ein verrücktes Spiel mit Höhen und Tiefen, wir sind nach einem Rückstand noch zurückgekommen. Ich bin überglücklich, dass ich spielen kann und hoffe, dass wir am Freitag dann gewinnen", erklärte Johannes Wurtz mit Blick auf die reizvolle Aufgabe gegen den Tabellenvierten Heidenheim.

"Das war heute ein Wechselbad der Gefühle. In der 84. Minute hätten wir den Punkt sicherlich unterschrieben, doch dann stehen wir plötzlich noch zweimal vor dem Tor. Von der Einstellung, vom Auftreten auf dem Platz und der mannschaftlichen Geschlossenheit war das so, wie wir uns das vorstellen", berichtete Abwehrspieler Benedikt Röcker.

Fürth antwortet eindrucksvoll

Der Niederländer Charlison Benschop hatte das gastgebende Team mit einem Doppelpack zum 1:0 (10.) und 3:2 (81./Foulelfmeter) zweimal in Führung gebracht. Zudem traf Joel Pohjanpalo (77.) für die Hausherren, doch Fürth antwortete durch Niko Gießelmann (13.) und Robert Zulj (54./84.) eindrucksvoll. In der Schluss-Viertelstunde nahm die zwischenzeitlich zähflüssiges Partie richtig Fahrt auf. "Das war ein superschönes Montagabendspiel. Wir haben, denke ich, sehr viel Werbung für den Fußball gemacht", sagte Torwart Wolfgang Hesl nach seinem Comeback.

In der Verfolgerrolle fühlen sich die Fürther wohl und wollen den Kontakt zur vorderen Tabellenregion halten. "Wir haben das Potenzial und konnten es mit kleinen Fehlern in Düsseldorf auch auf die Bühne bringen. Ich sehe positiv in die Zukunft", erklärte Hesl, der nach einem Mittelhandbruch zurückkehrte.

Von Roland Leroi, dpa