Mit hängenden Köpfen schlurften die Fürther nach der Klatsche in die Kabine - zufriedenstellende Erklärungen für diese 90 Minuten fand keiner. "Wir sind heute richtig neben den Schuhen gestanden", meinte Trainer Frank Kramer zur 2:5 (2:3)-Schmach am Freitagabend im heimischen Stadion gegen den FSV Frankfurt. Die Niederlage hatte historische Dimensionen: Zum dritten Mal in seiner Geschichte kassierte Fürth daheim fünf oder mehr Gegentore. Und zu den Treffern des bisherigen Tabellenletzten der 2. Fußball-Bundesliga leisteten die Franken zu allem Überfluss auch noch ihren Teil.

Jetzt die Spieler der SpVgg Greuther Fürth bewerten

"Wir brauchen heute nicht rumdiskutieren", sagte Kramer, "wir haben eine richtig schlechte Leistung gebracht." Dabei hatte der Coach sein Team mit "aufgestauter Wut" nach dem verschenkten Dreier zuletzt in Braunschweig in die Partie geschickt - diese Wut dürfte in den 90 Minuten gegen den Außenseiter aus Hessen noch größer geworden sein.

Sukalo schnürt Doppelpack und fliegt vom Platz

Mit zwei Fehlern bei Freistößen lud die SpVgg ihren Gegner zu den Toren von Vincenzo Grifo (15.) und Tom Beugelsdijk (21.) ein, für die Vorentscheidung sorgten wieder Grifo per Fernschuss (33.) und Zlatko Dedic nach einem Konter (59.). Ein Doppelpack von Goran Sukalo (10./30.) reichte den Franken nicht, die die erste Heimniederlage der Saison kassierten. In der 87. Minute sah Sukalo nach einer Notbremse auch noch Rot, Grifo setzte per Foulelfmeter den Schlusspunkt (88.).

"Dieses Spiel ist nicht einfach zu erklären", sagte Marco Caligiuri, und auch Stephan Fürstner kündigte an: "Ich muss mir das Spiel noch einmal ansehen, um es verstehen zu können."

Neben den Patzern in der Abwehr vor allem vor der Pause strahlten die Hausherren auch im Angriff kaum Torgefahr aus. Ein Aufbäumen in der 2. Halbzeit blieb weitgehend aus, die Offensive präsentierte sich ideenlos, spätestens am Strafraum hatte der FSV die SpVgg im Griff.

Möhlmanns mutige Rückkehr

"Da hat nichts gepasst. Das war ein heilloses Durcheinander", klagte Trainer Kramer am Sky-Mikrofon. Ganz anders war die Gemütslage beim Frankfurter Benno Möhlmann nach seiner Rückkehr. "Wir haben heute Mut gezeigt, und das ist es, was wir brauchen. Wir haben es von Anfang an geschafft, die Lücken beim Gegner zu finden." Nach dem 1:0-Erfolg in Nürnberg nahm der Routinier nun auch aus Fürth drei Punkte mit. "Scheinbar kommen wir im Frankenland ganz gut zurecht", sagte er.