Die Strümpfe, die Hose und das Trikot in leuchtendem Orange - das hatte abschreckende Wirkung auf die Bielefelder Stürmer. Gleich viermal rettete Greuther Fürths in knalligem Outfit angetretener Torhüter Wolfgang Hesl in höchster Not gegen durchgebrochene Angreifer des Aufsteigers und sorgte damit für einen erfolgreichen Saisoneinstand in der 2. Liga. Beim 2:0 (0:0)-Sieg der Franken nach frühen Toren von Neuzugang Tom Weilandt (3. Minute) und Nicola Djurdjic (11.) war vor 11 485 Zuschauern Hesl am Sonntag der Sieggarant für das Kleeblatt.

Der Absteiger, der in der vergangenen Saison mit 17 Heimspielen ohne Sieg für einen neuen Bundesliga-Negativrekord gesorgt hatte, beendete damit seinen Heimfluch und behielt erstmals seit 15 Monaten wieder alle drei Punkte im Ronhof. "Gott sei Dank ist das jetzt durch. Denn wenn wir drei, vier Heimspiele nicht gewonnen hätten, wäre das Thema wieder hochgekommen", meinte Hesl.

"Viereinhalb" Neuzugänge in der Startelf

Das nach dem Abstieg runderneuerte Team - mit Weilandt, Tim Sparv, Goran Sukalo, Daniel Brosinki und dem im letzten halben Jahr an den FC Heidenheim ausgeliehenen Kevin Kraus standen "viereinhalb" Neuzugänge in der Fürther Startelf - ließ sein Potenzial aufblitzen, offenbarte aber auch Schwächen. Als "Arbeitsauftrag" bezeichnete Trainer Frank Kramer daher den am Ende hart erkämpften Auftaktsieg gegen den hochverschuldeten Drittliga-Aufsteiger. Denn nach einer fulminanten ersten Viertelstunde taten sich die Platzherren wesentlich schwerer, nachdem der Zweitliga-Rückkehrer seinen Respekt abgelegt hatte.

Zudem luden die Fürther mit vielen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung ihren Gegner zum Kontern ein. Lediglich der eklatanten Abschlusschwäche der Arminia bzw. dem überragenden Hesl hatte es die SpVgg zu verdanken, dass der Sieg nicht in Gefahr geriet. "Es ist noch viel Feinabstimmung zu leisten, aber das fällt nach einem Sieg natürlich leichter", sagte Kramer, der als wichtigste Erkenntnis aus der Partie aber mitnahm: "Wir sind in der Lage, Spiele zu gewinnen."

Gute Ansätze

Denn der Rechtsverteidiger Brosinski sowie das Mittelfeld-Duo Sparv/Sukalo ließen bereits erkennen, dass sie dem Angriffsspiel neue Impulse verleihen können. Auch das Angriffsduo Djurdjc/Ilir Azemi zeigte gute Ansätze. Der erfahrene Sukalo, der vom MSV Duisburg nach Fürth gewechselt ist, bat die Kleeblatt-Fans noch um Geduld: "Sie können nicht erwarten, dass wir ständig auf ein Tor spielen." Von der Aufbruchstimmung, die im Ronhof herrscht, wurde aber auch der 31-Jährige schon erfasst. "Wir wollen nach oben. Dazu muss aber jeder in Topform sein", sagte Sukalo.

Hesl war das zum Saisonstart schon. Ob er sein oranges Trikot auch im zweiten Punktspiel am Freitag in Aalen überstreifen wird, wollte der Torwart gestern noch nicht sagen. Nur soviel: "Solange es nicht pink ist, ist es mir egal."