Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung sorgte am Dienstag für Aufregung in Bamberg. Anton Gavel soll bei Bayern München bereits einen Vorvertrag für die Saison 2014/15 unterzeichnet haben. Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder dementierte gegenüber unserer Zeitung umgehend: "Das ist völliger Quatsch und an den Haaren herbeigezogen. Sein Agent hat mir gegenüber bestätigt, dass da definitiv nichts dran ist. Und Patrick King hat mich noch nie belogen."

Anton Gavel habe zwar die ihm von den Bambergern angestrebte Vertragsverlängerung über 2014 hinaus zunächst nicht akzeptiert. "Aber da werden wir uns nach Antons Urlaub noch einmal hinsetzen", sieht es Heyder als nicht utopisch an, dass der in der Liga wertvollste und am meisten umworbene Spieler mit deutschem Pass sich noch länger an Bamberg bindet.

Definitiv nicht mehr im Trikot der Brose Baskets auflaufen wird Bostjan Nachbar. Der Slowene mit viel NBA-Erfahrung wird nach der EM im eigenen Land für den FC Barcelona spielen. "Unter bestimmten Konstellationen hätten wir uns schon vorstellen können, dass Boki bleibt. Aber da wir die Zusammenstellung der Mannschaft noch nicht abgeschlossen haben, waren wir diesbezüglich ein wenig zurückhaltend. Und mit dem FC Barcelona mitzuhalten, wäre ohnehin schwierig geworden", kommentierte Heyder den Verlust des Leistungsträgers.

Vertrag mit Ford ausgehandelt

Bleiben soll dafür auf jeden Fall Sharrod Ford: "Es ist alles ausgehandelt, es liegt ein fertiger Vertrag vor, der aber noch nicht unterschrieben ist. Ich bin aber zuversichtlich, dass das in den nächsten Tagen passiert."

Goldsberry soll bleiben

Weiter für die Brose Baskets auf Korbjagd gehen soll auch John Goldsberry, darin sind sich beide Seiten einig. "Es steht aber noch die Entscheidung des Aufsichtsrates aus", betont der Manager. Der "General", der nach zwei schwerwiegenden Knie-Verletzungen jedes Mal zurückkam, wäre nach Auskunft von Heyder der siebte Ausländer im Team. "Was immer das heißen mag", so der Manager. In der Bundesliga dürfen die Mannschaften jedenfalls nur sechs Ausländer einsetzen.

Nicht ganz so einfach, wie sich die Bamberger es vorgestellt haben, wird die Verpflichtung von Rakim Sanders. "Wir wollen es, der Spieler will es, doch Sanders steht noch bei Maccabi Tel Aviv unter Vertrag, so dass wir ihn aus dem Kontrakt herauskaufen müssen. Hier bewegt sich derzeit sehr wenig", schildert Heyder die zähen Verhandlungen mit dem israelischen Tradionsclub, der den 24-Jährigen Flügelspieler in der letzten Saison an Hapoel Galil Gilboa ausgeliehen hatte.

Auf der Suche sind die Bamberger noch nach einem Power Forward und einem Aufbauspieler. "Das ist nicht einfach, deshalb können wir über Namen noch nicht reden", übt sich Heyder in Zurückhaltung, verriet aber, dass Trainer Chris Fleming bei der NBA-Summer-League in Las Vegas interessante Spieler gesehen habe. Nachdem die NBA-Teams aber bis zum 31. Juli ihre Fühler nach Spielern ausstrecken, muss der viermalige Meister sich noch ein wenig gedulden, ehe Nägel mit Köpfen gemacht werden können.

Totalumbruch in Berlin

Auch Heiko Schaffartzik wollte nicht mehr. Zumindest hatte der Kapitän der Basketball-Nationalmannschaft keine Lust mehr auf Pokalsieger Alba Berlin. Mit der Vertragsauflösung des Spielmachers ist der Totalumbruch beim einstigen Serienmeister perfekt. Wie mehrere Medien berichteten, könnte nach Top-Center Yassin Idbihi auch der 29-Jährige zum FC Bayern München wechseln. Für Alba heißt das: Alle Stammspieler haben den Club verlassen - Kontinuität sieht anders aus.

Baldi will Taten sprechen lassen

Manager Marco Baldi ist genervt von den Vorwürfen. "Ich will jetzt nicht groß über Konzepte reden, uns wird ja sowieso ständig nachgesagt, dass wir keines hätten", sagte der 51-Jährige. Stattdessen sollen Taten sprechen. "Wenn zwei, drei Wochen ins Land gegangen sind, werden wir einen konkurrenzfähigen Kader haben", kündigte Baldi an.

Bisher hat Alba hauptsächlich junge deutsche Perspektiv-Spieler verpflichtet. "Was die Deutschen anbelangt, sind wir sehr gut aufgestellt: Alex King kommt als absoluter Leistungsträger und Nationalspieler zu uns. Bar Timor spielt für Israel, hat aber auch einen deutschen Pass." Und in Jonas Wohlfarth-Bottermann und Ismet Akpinar habe Alba zwei vielversprechende Nachwuchsspieler geholt. Die sollen noch mit "schlagkräftigen Internationalen mit internationaler Erfahrung" verstärkt und von diesen geführt werden - so lautet der Baldi-Plan.

Berliner Fans sauer

Ob München oder nicht, in Schaffartzik geht nicht nur der letzte Stammspieler, sondern mit seiner "Berliner Schnauze" auch der Publikumsliebling. Entsprechend wütend war das Echo in den sozialen Netzwerken - die Fans vermissen ihre Identifikationsfiguren.