Vor dem Spiel der Brose Baskets gab es Ovationen für den langjährigen Sportdirektor Wolfgang Heyder, der am Sonntag seinen 58. Geburtstag feierte - nach der Partie Sprechchöre für Ryan Thompson: Der Scharfschütze hatte sein Visier diesmal besonders gut eingestellt und steuerte fantastische 35 Punkte bei nur drei Fehlwürfen (Trefferquote 82 Prozent) zum Bamberger 101:74-Kantersieg gegen ratiopharm Ulm bei.

Tolles Passspiel: 26 Assists

"Es macht uns einfach sehr viel Spaß miteinander zu spielen, das zeigen wir auf dem Feld. Der Coach spornt uns jeden Tag an, das Ergebnis ist auf der Anzeigetafel abzulesen. Wir wollen alle am Erfolg teilhaben lassen, jeder spielt den Extrapass und ist am Ende glücklich", freute sich Thompson, dass er von seinen Mitspielern immer wieder in guten Positionen angespielt wurde. Nach 29 Assists am Mittwoch beim Kantersieg im Eurocup gegen Bonn waren es gestern 26 Pässe, die zu direkten Korberfolgen führten. Vor allem Kapitän Brad Wanamaker (8 Assists) fand immer wieder den freien Mitspieler.

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Nach einem guten ersten Viertel (28:20) ließen die Bamberger die Zügel etwas schleifen: Nachlässige Verteidigung, etliche Ballverluste und kleinliche Foul-Pfiffe brachten den Gastgeber nach einer zwischenzeitlichen 36:25-Führung etwas aus dem Tritt, sodass Ulm bis zur Pause auf 48:45 dran war.

"Der Coach wurde zur Pause ein bisschen laut, forderte Stopps in der Verteidigung - und das haben wir umgesetzt", betonte Thompson, der den Vorsprung nach einem Ballgewinn und einem sehenswerten Dunking schnell wieder in den zweistelligen Bereich (57:47) schraubte. Die Ulmer kamen zwar noch einmal auf 58:63 heran, doch mit einem 16:4-Lauf machten Thompson und Daniel Theis schon zum Ende des dritten Viertels (79:62) alles klar. Die starken deutschen Nationalspieler Elias Harris und Karsten Tadda sorgten mit ihren Dreiern in der Schlussphase dafür, dass Freak City nach dem 104:79 gegen Bonn den zweiten dreistelligen Sieg in Folge feiern durfte.

"Mit dem Feuer gespielt"

"Ich denke, unser Boss, Herr Stoschek, wird nicht komplett zufrieden sein, weil wir viele Freiwürfe vergeben haben. Er ist ein Perfektionist, und ich bin seiner Meinung. In dieser Hinsicht müssen wir uns verbessern. Nach einem guten Start haben wir am Ende des zweiten Viertels überhaupt nicht mehr verteidigt. Wir haben da ein bisschen mit dem Feuer gespielt. Aber das hat sich dann nach der Pause wieder geändert", analysierte Trainer Andrea Trinchieri die Partie. Am Mittwoch (20 Uhr) im Eurocup gegen Paris dürfen sich seine Jungs solche Auszeiten sicher nicht erlauben.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg - ratiopharm Ulm 101:74
(28:20, 20:25, 31:19, 22:10)
Bamberg Thompson (35 Punkte/5 Dreier), Harris (16/1), Theis (14), Wanamaker (11), Mbakwe (10), Tadda (9/2), Strelnieks (4), Katelynas (2), Obst, Schmidt, Thiemann
Ulm Günther (16/3), Clyburn (13/1), Schwethelm (10/2), Savovic (9/1), Ohlbrecht (9), Harris (8), Mason-Griffin (5), Leunen (3/1), Maier (1), Philmore
Zuschauer 6800 ausverkauft
SR Reiter, Rodriguez, Lauprecht
Gesamtwurfquote Bamberg 64 Prozent (37 Treffer/58 Versuche), Ulm 46 (21/46)
Dreierquote Bamberg 38 Prozent (8/21), Ulm 38 (8/21)
Freiwurfquote Bamberg 76 Prozent (19/25), Ulm 77 (24/31)
Rebounds Bamberg 30 (22 defensiv/8 offensiv), Ulm 21 (14/7)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 10/14, Ulm 5/16
Assists Bamberg 26/ Ulm 12
Fouls Bamberg 27/ Ulm 23