Fast einen Monat nach einer Schlägerei zwischen bis zu 160 Fans der Fußball-Bundesligisten SC Freiburg und 1. FC Nürnberg sucht die Polizei nach wie vor die mutmaßlichen Täter. Weil sich die "Problemfanszene" nur eingeschränkt hilfsbereit zeige, würden die Ermittlungen erschwert, sagte ein Sprecher der Freiburger Polizei am Freitag. Bislang seien rund 30 Straftaten festgestellt worden. Die Zahl werde aber voraussichtlich noch steigen.

Um die Täter zu identifizieren, würden die szenekundigen Beamten vor Ort hinzugezogen und Videomaterial ausgewertet. Straftätern droht eine Anzeige. Bei den Vorwürfen geht es um Landfriedensbruch, Körperverletzung oder auch gefährliche Körperverletzung.

Vor dem Spiel am 29. März hatten den Ermittlungen zufolge drei von vier Nürnberger Fanbussen Weisungen der Freiburger Verkehrspolizei missachtet und waren in Richtung eines Fanprojekts für junge Menschen gefahren. Die drei Busfahrer wurden angezeigt und der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde zur Prüfung der Eignung als Busfahrer gemeldet.

Nägel in Flaschen nicht nachweisbar

Weil in einem Bus von einem Fan der Nothahn gezogen worden war, stoppten die drei Busse wenige Meter von den Freiburger Fans entfernt. Die Nürnberger verließen die Fahrzeuge nach Darstellung der Polizei und griffen die Breisgauer an.

"Nachweislich kam es hierbei zu Flaschenwürfen durch beide Seiten. Dass Flaschen mit Nägeln gefüllt waren, lässt sich jedoch nicht nachweisen", betonte die Polizei und revidierte erste Angaben vom Tattag. "Am Ereignisort wurde lediglich eine Hand voll Nägel aufgefunden." Der 1. FCN hatte den Vorwurf der präparierten Flaschen umgehend zurückgewiesen. Am Freiburger Fanprojekt seien zudem der Rollladen und Fahrzeuge beschädigt worden, teilte die Polizei mit. Der SCF hatte das Spiel nach zweimaligem Rückstand mit 3:2 gewonnen.