Jimmy McKinney verzog keine Miene. Ernst schaute er, fast ein bisschen traurig. Spieler des Tages. 13 Punkte. Drei von vier Dreiern getroffen. Und trotzdem verloren. Jetzt bekam er ein Fässchen Bier überreicht. Der Sponsor strahlte, der Fan des Tages, ein Kind, freute sich, schaute im zu langen s.Oliver-Baskets-Trikot am traurigen Jimmy McKinney hinauf. Der nickte, hielt kurz das Bierfass in die Kameras und verschwand.
Denn der eigentliche Spieler des Tages stand auf der Gegenseite, klatschte und winkte, dabei wippte sein Pferdeschwanz lustig hin und her: Julius Jenkins. Wahrscheinlich hätte der Oldenburger Neuzugang das Bierfass mehr verdient gehabt. Sechs seiner acht Drei-Punkte-Würfe traf der 31-Jährige. Am Ende standen für Jenkins 25 Punkte in der Statistik.

"Julius Jenkins hatte heute die heiße Hand", sagte Würzburgs Trainer Marcel Schröder.

Die Baskets führten zur Pause 32:31. Alex King traf im Rückwärtsfallen und stopfte kurz später einen Ball in den Korb, weil Oldenburg nicht klären konnte. "Wir haben in den ersten beiden Vierteln zehn Rebounds abgegeben", sagte Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski. Die Würzburger nahmen dankend an.
Machowski sagte, seine Mannschaft wollte am Anfang mit dem Kopf durch die Wand: Zum Beispiel Ronald Burrell, der von fünf Anläufen in der Zone nur zwei im Korb unterbrachte. Aber das Oldenburger Spiel änderte sich mit dem Seitenwechsel. "Wir haben in der zweiten Halbzeit Mittel und Wege gefunden, hier zu bestehen", sagte Machowski. Seine Mannschaft spielte jetzt geduldiger. Wartete, lauerte und suchte: Julius Jenkins, drei Dreier vor der Pause, drei danach.

"Diese zweite Halbzeit machte den Unterschied", sagte auch Marcel Schröder.

Die Verteidigung der Würzburger funktionierte, "bis auf einige grobe Schnitzer". Aber die ereigneten sich gerade dann, als die Baskets dran waren, das Spiel zu drehen: Jimmy McKinney hatte per Dreier getroffen. Kurz angesetzt, gestoppt, geschossen. 59:60. Mehr als drei Minuten waren noch zu spielen. Aber dann trafen binnen Sekunden Adam Chub, der Oldenburger Center, per Korbleger und Ronald Burrell, den die Würzburger unter dem Korb vergessen hatten. Auf der Gegenseite gingen die Dreier von Dwayne Anderson vorbei und Maurice Stuckey und Ben Jacobson trafen die einfachen Körbe nicht. "Wir haben heute offensiv zu viele Möglichkeiten ausgelassen", sagte Marcel Schröder am Ende. 37 Prozent betrug die Trefferquote aus dem Feld, heraus stach einzig Jimmy McKinney, der zwei Drittel seiner Würfe traf. Wahrscheinlich hatte er sich das Bierfass doch verdient.