Das war ein Satz mit X. Nach den vielen knappen Niederlagen in der Euroleague-Top-16-Runde wollten sich die Brose Baskets mit einem Heimsieg rehabilitieren, doch daraus wurde nichts. Zum einen, weil Panathinaikos Athen zumindest in der ersten Halbzeit Vollgas gab, um sich mit einem Erfolg vorzeitig für die Viertelfinal-Play-offs zu qualifizieren - und zum anderen, weil die Bamberger kein Mittel fanden, sich gegen die aggressive Verteidigung des griechischen Starensembles durchzusetzen. So setzte es am Ende die höchste Niederlage in dieser Saison in der Königsklasse - die Grünen, die von etwa 150 friedlichen Fans lautstark unterstützt wurden, feierten einen auch in der Höhe verdienten 82:60-Erfolg.

Fleming lobt Ogilvy

Dennoch gab es einen Sieger im Team des dreimaligen Double-Gewinners: A.J. Ogilvy, der lange verletzte Brose-Center, der eigentlich schon aussortiert war, profitierte von der frühen Handverletzung von Maik Zirbes sowie den schnellen beiden Fouls von Philipp Neumann und durfte so früh ins Spiel eingreifen. Und er nutzte seine Spielzeit von 13:25 Minuten effektiv. "Im dritten Viertel waren wir defensiv aggressiver. Sicherlich war Ogilvy in dieser Phase derjenige, der uns nach vorn gebracht hat. Er verdient großes Lob für seine Arbeit. Aber am Ende haben wir nicht genug Kapital daraus geschlagen", kommentierte Chris Fleming die Leistung des 2,08-Meter-Mannes und die deutliche Niederlage.
"Panathinaikos ist ein sehr gutes Team, wir haben nicht unsere beste Leistung gezeigt. Das ist die einfache Erklärung für diese Niederlage", zog Ogilvy Bilanz und hofft nun, dass der Trainer seine Entscheidung, ihn in der Bundesliga nicht einzusetzen, noch einmal überdenkt. Der Leidtragende könnte am Sonntag (17 Uhr) gegen Gießen Jeremiah Massey sein. Der Power Forward stand am Donnerstag nur knapp vier Minuten auf dem Parkett und drängte sich nicht für einen Einsatz auf.
Nach einer schwachen ersten Halbzeit (27:42), in der Panathinaikos die elf Bamberger Ballverluste gnadenlos bestrafte, steigerten sich die Hausherren zwar nach der Pause, doch die Gäste fanden immer eine Antwort auf die Versuche von Karsten Tadda, Boki Nachbar, Sharrod Ford oder Matt Walsh, dem Spiel eine Wende zu geben. Und als dann im letzten Viertel PAO-Scharfschütze Jonas Maciulis fünf Dreier innerhalb von vier Minuten versenkte, stand endgültig fest, wer das Parkett als Sieger verlassen würde.

Mit Sieg Selbstvertrauen holen

"Die vielen knappen Niederlagen haben Wirkung gezeigt. Im Basketball spielt sich viel im mentalen Bereich ab. Uns fehlt derzeit diese mentale Stärke. Siege helfen, sie zurückzubekommen. Deshalb werden wir am Sonntag versuchen, eine neue Siegesserie zu starten", blickte Boki Nachbar, der mit 14 Punkten Bambergs bester Schütze war, auf die Partie am Ostersonntag gegen das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht aus Gießen voraus. "Wir müssen jetzt einen Sieg holen und darauf aufbauen", forderte auch Matt Walsh, der ebenfalls zu den Aktivposten auf Bamberger Seite zählte.
Sharrod Ford verspricht: "Wir unterschätzen keinen Gegner, denn wir wollen jedes Spiel gewinnen." Nach acht Niederlagen in Folge in der Euroleague und in der Bundesliga, die die Bamberger immer noch souverän anführen, wäre ein Erfolg gegen das Bundesliga-Urgestein, das auf Grund seiner finanziellen Probleme keine Lizenz für die erste Liga beantragt hat, Balsam auf die Wunden. Und Chris Fleming ist sich trotz des Krisen-Geredes sicher: "Wir werden diesen Sieg holen."