Nachdem die Brose Baskets in den letzten vier Jahren durchgängig in der Euroleague, der Königsklasse im europäischen Basketball, vertreten waren, sind die Bamberger in dieser Saison nach dem Viertelfinal-Aus in der letzten Serie gegen die Artland Dragons diesmal nur dank einer Wildcard im zweithöchsten Wettbewerb, dem Eurocup, vertreten. Und in diesem kennt sich der neue Chef Andrea Trinchieri bestens aus: Mit seinem alten Klub Unics Kasan stand er im Finale und scheiterte gegen Valencia. Außerdem wurde der Italiener zum Eurocup-Trainer des Jahres gewählt.

Jetzt startet der 47-Jährige in eine weitere Eurocup-Saison. Die Auslosung am Montag in Barcelona ergab, dass es die Brose Baskets in der Gruppe A mit renommierten Mannschaften zu tun bekommen: CAI Saragossa (Spanien), Grissin Bon Reggio Emilia (Italien), SIG Straßburg, Paris Levallois (beide Frankreich) und die Telekom Baskets Bonn, die ebenfalls eine Wildcard erhielten, sind die Konkurrenten. Der Startschuss - gespielt wird immer am Dienstag oder Mittwoch - fällt am 15. Oktober, die letzte der zehn Partien geht am 17. Dezember über die Bühne. Vier der sechs Mannschaften erreichen die Runde der besten 32, die am 6. Januar beginnt.

Straßburg ein alter Bekannter

Gleich zweimal treffen die Bamberger auf Mannschaften aus Frankreich. Während SIG Straßburg für die Brose Baskets ein alter Bekannter ist, mit dem sie erst in der letzten Saison in der Euroleague die Klingen kreuzten (beide Teams gewannen ihre Heimspiele), reisen die Oberfranken erstmals nach Paris. In den beiden Partien gegen Levallois kommt es dabei zu einem Wiedersehen mit Sharrod Ford. Nachdem die Franzosen in der letzten Serie im Eurocup in der Vorrunde ausgeschieden sind, wollen sie diesmal die zweite Runde erreichen.
Knapp das Achtelfinale verpasst hat in der Serie 2013/14 CAI Saragossa. Eine Niederlage in letzter Sekunde gegen Besiktas Istanbul beendete die Saison im Eurocup abrupt.

Mit hohen Zielen startet sicher auch Grissin Bon Reggio Emilia in den Eurocup-Wettbewerb. Die Norditaliener verstärkten sich unter anderem mit Center Darius Lavrinovic und dem Scharfschützen Drake Diener (ehemals Sassari). "Reggio Emilia ist das neue Powerhouse des italienischen Basketballs. Sie werden jedes Jahr besser. Letztes Jahr haben sie die Eurochallenge gewonnen", so Trinchieri über seine Landsleute.

In zwei Bundesliga-Duellen treffen die Bamberger auf die Telekom Baskets Bonn. Mit Tadas Klimavicius (Zalgiris Kaunas) und Angelo Caloiaro, der effektivste Spieler der Bundesliga kam vom MBC, hat Trainer Mathias Fischer sein Team enorm verstärkt.

Trinchieri: seltsame Gruppe

Trinchieri war von der Auslosung nicht begeistert: "Das ist eine seltsame Gruppe - mit zwei deutschen und zwei französischen Teams. Das wird ein entscheidender Faktor werden, denn meiner Meinung nach ist es immer seltsam, auch international gegen ein Team aus der heimischen Liga zu spielen. Das ist wie eine Art Derby und kein europäisches Spiel. Man bringt sein Gepäck an Erfahrungen aus der heimischen Liga mit in dieses kurze Turnier aus zehn Spielen. Vier Spiele mit Teams aus derselben Liga können die Balance der Gruppe völlig ändern."

Und was rechnet sich der Trainer aus? "Wir sollten erstmal den Heimvorteil verteidigen, dann sehen wir weiter. Für unser junges Team, in dem viele Spieler ihre ersten Spiele auf internationalem Parkett bestreiten, geht es darum, einen Schritt nach dem anderen zu machen."