"Anton muss bleiben", forderten die Bamberger Basketball-Fans kurz vor Weihnachten 2009 - und Anton Gavel, der für den damals verletzten Spielmacher John Goldsberry zunächst mit mehreren Kurzzeitverträgen ausgestattet worden war, blieb bei den Brose Baskets. Was folgte, war eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Der Slowake mit dem riesigen Kämpferherz war maßgeblich daran beteiligt, dass die Brose Baskets vier Meisterschaften und drei Pokalsiege feiern durften. Aber jetzt ist nach viereinhalb tollen Jahren Schluss - "Tono", wie er von seinen Mitstreitern gerufen wird, sucht nach einer verkorksten Saison der Bamberger nach einer neuen Herausforderung. Er wird seinen zum 30. Juni ausgelaufenen Vertrag nicht verlängern. Wohin es das Herz der Bamberger Mannschaft verschlagen wird, ist noch offen. Seit gut einem Jahr wird der inzwischen einen deutschen Pass besitzende 29-Jährige mit den Münchner Bayern in Verbindung gebracht. Doch noch hat Gavel, der im Oktober 30 Jahre alt wird, nicht entschieden, für welchen Klub er in Zukunft auf Korbjagd gehen wird.

Ziel ist ein Euroleague-Klub

Fest steht, dass es der Wunsch des Bamberger Publikumslieblings ist, sich noch einmal einer neuen Herausforderung und einer weiteren Spielzeit in der Euroleague zu stellen. "Ich möchte, solange ich das noch kann, nochmals auf dem höchst möglichen Niveau spielen", begründete Gavel seine Entscheidung: "Ich möchte mich bei der Bamberger Basketballgemeinschaft bedanken für die Unterstützung, die ich hier vom ersten Tag an erfahren habe. Bei meinen Coaches, bei allen Sponsoren, ganz besonders bei Michael Stoschek und der Firma Brose sowie bei den Fans der Brose Baskets und nicht zuletzt bei den Jungs und Mädels aus der Geschäftsstelle. Die Zeit in Bamberg war die bisher beste Zeit meiner Karriere. Wir haben grandiose Erfolge zusammen gefeiert. Die Entscheidung zu gehen, ist mir deshalb nicht leicht gefallen. Aber ich fühle, dass es für mich an der Zeit ist, nochmal etwas Neues anzufangen."

"Vorbild an Einsatz und Willen"

Auch Brose-Baskets-Sportdirektor Wolfgang Heyder bedankt sich: "Anton Gavel war für mich der Kitt, der die erfolgreichen Bamberger Mannschaften der letzten Jahre immer zusammengehalten hat. Die letzten sieben Titel sind ganz eng auch mit seinem Namen verknüpft. Der Abschied von einem Spieler wie Anton Gavel, der auf und neben dem Feld stets ein Vorbild an Einsatz und Willen war, von einem Spieler, der sich durch harte Trainingsarbeit von Jahr zu Jahr verbessert hat, stellt unser Programm vor große Herausforderungen, die wir annehmen werden müssen. Dass dieser Abschied kein Abschied für immer sein muss, freut mich dafür umso mehr. Ich kenne keinen Profi, der durch seine Einstellung solch ein absolutes Vorbild für jeden jungen Spieler ist."
In der Tat scheint eine Rückkehr des Sympathieträgers von beiden Seiten nicht ausgeschlossen. "Ich glaube nicht, dass dies ein Abschied für immer ist", sagt Gavel, der mit einer Bambergerin liiert ist.

Ford spielt jetzt in Paris

Sharrod Ford, der bei den Brose Baskets unter dem neuen Trainer Andrea Trinchieri keinen Vertrag mehr erhielt, hat einen Verein gefunden. Der 2,06-Meter-Mann geht in der nächsten Saison in Frankreich für Paris-Levallois auf Korbjagd.
Seinen Traum von der NBA will sich Elias Harris erfüllen. Der 25-Jährige, der in der letzten Saison kurz bei den Los Angeles Lakers unter Vertrag stand, spielt in der NBA-Summer-League für die Phoenix Suns. Die Bamberger Verantwortlichen hoffen aber, dass er nach der EM-Qualifikation mit der deutschen Nationalmannschaft wieder zum Brose-Team zurückkehrt.
Kurz vor seinem Abflug in die USA hat Bambergs Neuzugang Daniel Theis den Bund fürs Leben geschlossen. Der Ex-Ulmer Power Forward heiratete seine langjährige Freundin Lena. Auch das 22-jährige Talent will in den USA vorspielen, bevor er für die Nationalmannschaft auf Korbjagd geht.
Weitere Neuverpflichtungenwird es bei den Brose Baskets in dieser Woche wohl nicht geben, nachdem Sportdirektor Heyder im Urlaub weilt und der neue Coach Andrea Trinchieri ebenfalls in die USA reist, um im Trainerstab der Oklahoma City Thunder Spieler, die auf dem Sprung in die NBA sind, zu betreuen.