Bamberg — Etwas besser, aber bei weitem noch nicht den hohen Ansprüchen genügend - so lässt sich die Leistung der Brose Baskets am Sonntag beim 85:73 (45:32)-Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC zusammenfassen. Der Aufsteiger kämpfte und stellte mit seiner unorthodoxen Spielweise - die Weißenfelser agieren viel von außen und verzichten auf einen echten Brettcenter - die Bamberger öfters vor Probleme. Vor allem im dritten Viertel (12:21) lief bei den Gastgebern wenig zusammen, so dass der BBL-Rückkehrer wieder bis auf 53:55 herankam.
"Das ist keine leichte Situation für uns, weil wir ohne Selbstvertrauen spielen. Die Jungs wollen, aber es sieht momentan nicht schön aus. Es gibt viele kleine Baustellen. Leider ist die Konstanz in unseren Aktionen derzeit nicht vorhanden", analysierte Chris Fleming. Der Trainer verzichtete am Sonntag erneut auf Neuzugang Latavious Williams, nachdem er wegen der 6+6-Regel nur sechs Ausländer in der Bundesliga einsetzen darf. "John Goldsberry spielt zwar derzeit nur auf einem Bein, dennoch brauchen wir seine Energie", begründete Fleming seine Entscheidung für den Aufbauspieler. Aufgrund des Ausfalls von Nachwuchstalent Daniel Schmidt (Pfeiffersches Drüsenfieber) sind die Brose Baskets auf dieser Position dünn besetzt.
Nach einer durchschnittlichen ersten Halbzeit, in der die Bamberger deutlich besser verteidigten als noch am Donnerstag bei der Euroleague-Pleite gegen Besiktas Istanbul, lief nach der Pause in der Offensive wenig zusammen. Erst nach viereinhalb Minuten im zweiten Abschnitt gelangen Bostjan Nachbar die ersten Punkte zum 47:41. Auch zu Beginn des Schlussviertels traf der Slowene (15 Punkte) einen wichtigen Dreier und stellte zusammen mit Sharrod Ford (18/3 Dreier ohne Fehlwurf) die Weichen auf Sieg.
"Wir haben bis zum Schluss gekämpft, das hat den Ausschlag für den Erfolg gegeben. Aber es gibt noch viele Dinge, die wir besser machen müssen", erläuterte Ford. Für Teddy Gipson (15), der zusammen mit dem unermüdlich rackernden Anton Gavel (19) in der ersten Halbzeit die Bamberger offensiv getragen hatte, gab die verbesserte Verteidigung den Ausschlag. "Wir haben heute mit viel mehr Energie gespielt und in der Abwehr gut rotiert. Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen für die schwere Aufgabe am Donnerstag in Moskau", meinte Gipson.

Heyder-Kritik an Center Zirbes


Manager Wolfgang Heyder war trotz des Sieges nur eingeschränkt zufrieden: "Wir haben im Moment keinen Rhythmus, was unsere Angriffe gegen Zonenverteidigung betrifft. Die Optionen für Casey Jacobsen waren gut herausgespielt, doch die Dreier sind nicht gefallen. Das kommt aber wieder", ist sich Heyder sicher. Der Manager sah aber auch Defizite: "Es kann nicht sein, dass der MBC das Reboundduell gegen uns gewinnt." Hart ging er mit Centertalent Maik Zirbes ins Gericht. "Er hat in der Verteidigung und im Rebound große Defizite. Er besitzt Potenzial, muss aber selbstkritischer sein. Das fehlt ihm momentan. Wenn er ausgewechselt wird, ist er oft beleidigt", kritisiert Heyder den 22-Jährigen.

Die Statistik


Brose Baskets Bamberg — Mitteldeutscher BC 85:73
(23:18, 22:14, 12:21, 28:20)
Bamberg Gavel (19 Punkte/3 Dreier), Ford (18/3), Nachbar (15/1), Gipson (15/1), Zirbes (8), Jacobsen (4), Neumann (4),Goldsberry (2), Tadda
Weißenfels Timberlake (20), Uskoski (19/3), Pantelic (13/2), Vilhjalmsson (10/2), Wachalski (6), Beidler (5), Schwarz, Leutloff
SR Neubecker, Panther, Hack
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 52 Prozent (31 Treffer/60 Versuche), Weißenfels 39 (23/59)
Dreierquote Bamberg 33 Prozent (8/24), Weißenfels 27 (7/26)
Freiwurfquote Bamberg 68 Prozent (15/22), Weißenfels 71 (20/28)
Rebounds Bamberg 34 (25 defensiv/9 offensiv), Weißenfels 36 (21/15)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 5/5, Weißenfels 2/9
Assists Bamberg 14/ Weißenf. 12
Fouls Bamberg 23/ Weißenfels 23